Biomassekraftwerk: Testbetrieb ab Juli möglich

BIO Brennstoff GmbH informierte Bürger. Derzeit läuft Ansuchen für den Probetrieb, dieser könnte im Sommer starten.

Michael Pekovics
Michael Pekovics Erstellt am 25. April 2018 | 05:18
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Müllverbrennung Oberwart
Die Geschichte des Biomassekraftwerks. Im Dezember 2007 nahm die Anlage der damaligen BEWAG/BEGAS ihren Probebetrieb auf, in den Jahren 2008 und 2009 ging die Anlage dann in den Regelbetrieb über. In weiterer Folge gab es Diskussionen rund um die sogenannte „take or pay“-Vereinbarung – die Stadt musste „Strafe“ zahlen, weil sie nicht die vereinbarte Menge an Energie abnehmen konnte. Die Vereinbarung wurde im Vorjahr aufgelöst, im Dezember 2017 erfolgte dann der Verkauf an die Bio-Brennstoff GmbH 
Foto: Lexi

Die BIO Brennstoff GmbH ist seit Anfang Jänner neuer Eigentümer des Biomassekraftwerks und plant einen sechsmonatigen Probebetrieb. Am Ende des Tages soll in Oberwart durch das Verbrennen von „qualitätsgesicherten Ersatzbrennstoffen aus der Papierindustrie“ ein neuartiges, noch nicht patentiertes, schnell bindendes Bindemittel für die Bauindustrie erzeugt werden.

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Information für die Bürger. BIO Brennstoff-Geschäftsführer Eberhard Reil stand am Dienstag im Messezentrum Rede und Antwort.
BVZ, Pekovics

„Wir haben zu Beginn des Verfahrens gesagt, dass wir die Öffentlichkeit zum passenden Zeitpunkt informieren werden - und diesem Versprechen kommen wir nach“, betonte BIO Brennstoff-Geschäftsführer Eberhard Reil bei der Pressekonferenz. Gestern, Dienstag, lud er zu einer Bürgerinformationsveranstaltung ins Messezentrum.

Die Botschaft der BIO Brennstoff GmbH lautete: „Wir wollen in Oberwart einen Meilenstein in der Kreislaufwirtschaft setzen.“ Derzeit wird die Anlage laut Reil adaptiert und auf den neuesten Stand der Technik gebracht, das Hochfahren soll mit Hackschnitzel erfolgen. Begleitet wird das Genehmigungsverfahren für den Probebetrieb einerseits vom ehemaligen Umweltanwalt des Landes, Hermann Frühstück, sowie vom Umweltbundesamt.

„Wir wollen in Oberwart einen Meilenstein in der Kreislaufwirtschaft setzen“

Nach dem Versuchsbetrieb ist in einer weiteren Ausbaustufe geplant, das gewonnene Gas für die Produktion eines schnell bindenden Baustoffs zu nutzen – das Investitionsvolumen wäre in diesem Fall 30 Millionen Euro, 35 Arbeitsplätze würden entstehen.

Derzeit läuft aber noch das Ansuchen für den Probebetrieb, die Bezirkshauptmannschaft hat noch bis Juni Zeit, darüber zu entscheiden.