Campus: 30 Millionen Euro am Plan. Wird der Kindergarten mitgebaut, dann steigen die Kosten für das Schulzentrum in Oberwart.

Von Carina Fenz. Erstellt am 01. April 2021 (03:50)
Stadtchef Georg Rosner
Volkspartei Burgenland

Das Gute, das ohnehin unübersehbar ist, vorweg: Die Stadt wächst und mit ihr auch die Anzahl der umzusetzenden Projekte. Sei es der Neubau des Krankenhauses, der Boom im Wohnungs- und Einfamilienhäuserbau oder die Ansiedelung von neuen Betrieben. Mit dem Wachstum der Stadt gilt es auch, in Sachen Infrastruktur ständig zu investieren. Gleichzeitig, aber so das Credo von VP-Stadtchef Georg Rosner, Schulden abzubauen und solide mit den finanziellen Mitteln zu wirtschaften.

„Das sieht man auch, dass wir seit sechs Jahren ohne Kassenkredit auskommen. Es gab Zeiten in Oberwart, da haben wir pro Jahr 60.000 Euro nur an Zinsen gezahlt“, erklärt der Stadtchef. Nach einem Jahr Pandemie leichter gesagt, als getan. Rund 600.000 Euro weniger Einnahmen musste die Stadt im vergangenen Jahr verkraften. „Durch das kommunale Investitionspaket des Bundes wurde ein großer Teil abgefedert. Das Finanzjahr selbst haben wir mit einem überschaubaren Minus von rund 200.000 Euro abgeschlossen“, erklärt Rosner. Der in der vergangenen Gemeinderatssitzung mehrheitlich mit den Stimmen der VP beschlossene Rechnungsabschluss (SPÖ und FPÖ stimmten dagegen, Grün-Ersatzgemeinderat Manfred Kainz enthielt sich der Stimme), beweist, dass die Stadt im abgelaufenen Jahr trotz Covid-Krise erfolgreich bilanzierte und durch „konsequente Budgetdisziplin eine solide Finanzbasis geschaffen hat, die es ermöglicht hat, Projekte durch Eigenmittel zu finanzieren und auch den Schuldenstand – wie in den Jahren davor – abzubauen“, zeigt sich Rosner stolz.

Schulden um rund 700.000 Euro abgebaut

Konkret geht es um einen Schuldenabbau in der Höhe von 698.746,66 Euro.
Neue Schulden sind nicht entstanden, da die Projekte im Jahr 2020 ausschließlich mit Eigenmittel finanziert wurden – wie zum Beispiel die Sanierung der Prinz Eugenstraße (rund 374.000 Euro), die Errichtung und Sanierung von Kanal und Wasserleitungen (rund 640.000 Euro), die ökologischen Maßnahmen entlang der Pinka (rund 232.000 Euro) oder die Hangwasserschutzmaßnahmen in St. Martin (rund 50.000 Euro).

Bürgermeister Georg Rosner sieht darin eine Bestätigung in seiner Arbeit: „Es gibt viel zu tun und dabei müssen wir die finanzielle Situation genau im Blick haben. Uns stehen heuer und auch in den nächsten Jahren große Aufgaben bevor und wenn wir sparsam mit unseren finanziellen Mitteln umgehen, dann können wir voller Zuversicht in die Zukunft gehen.“
Apropos Zukunft: In der mittelfristigen Planung der Stadt — bis zum Jahr 2025 — findet sich mit dem Neubau des Bildungscampus das wohl größte Kommunalprojekt in der jüngeren Geschichte der Stadt. Im Gemeinderat wurde jetzt erstmals eine Zahl von 30 Millionen Euro für die Umsetzung dieses Projektes genannt, welches die Volksschule, die Musikschule und Räumlichkeiten für den Musikverein beinhalten soll, aber auch den Kindergarten. „Dieser ist allerdings nicht in der Detailplanung enthalten, die Kosten für den Bau dafür jedoch im Finanzplan. Soll heißen, dass wir den Bau des Kindergartens nur vorbereiten und die finanziellen Mittel bereits vorab sichern wollten, sollte das Projekt umgesetzt werden“, erklärt Bürgermeister Georg Rosner.

Aktuell läuft für das Projekt Bildungscampus ein Architektenwettbewerb. Im Juni soll es eine Jurysitzung geben, wo man sich auf einen Planer festlegen will. „Dann wird auch entschieden, ob das Projekt mit einem Bauträger umgesetzt wird oder ob wir es als Gemeinde selbst umsetzen“, so Rosner.