Mit Machete zu Schlägerei: 22 Monate Haft. Seinem Bruder "helfen", der in Oberwart in eine Schlägerei verwickelt war, wollte ein Südburgenländer im vergangenen Dezember und rückte mit einer Machete an.

Von APA Red. Erstellt am 16. April 2019 (13:03)
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Symbolbild

Damit verletzte er zwei Menschen und saß deshalb am Dienstag im Landesgericht Eisenstadt wegen versuchter schwerer Körperverletzung und Gefährdung der körperlichen Sicherheit auf der Anklagebank. Das rechtskräftige Urteil: 22 Monate bedingt.

Mit ihm standen der 33-jährige Bruder sowie ein 28-jähriger gebürtiger Tschetschene vor Gericht. Beide mussten sich wegen Körperverletzung verantworten.

Der Erstangeklagte, vertreten von Rudolf Mayer, war in der Vergangenheit bereits neunmal vor Gericht gestanden, großteils wegen einschlägiger Delikte wie leichte Körperverletzung und gefährliche Drohung. Vor zehn Jahren habe er sich aber von seinem damaligen Freundeskreis getrennt und arbeite seit neun Jahren bei derselben Firma, beteuerte der Südburgenländer, der sich schuldig bekannte.

Am fraglichen Tag, dem 9. Dezember 2018, war es zunächst in einem Lokal und danach im Freien zwischen mehreren Personen zu einer Auseinandersetzung gekommen. "Der Bruder hat mich angerufen", erzählte der 40-Jährige. Er habe ihn am Telefon schlecht verstanden. "Dann hat er gesagt: Ich habe ein paar ins Gesicht gekriegt." Daraufhin habe er sich ins Auto gesetzt und sei losgefahren. Wozu er die Machete brauche, wollte Einzelrichterin Doris Halper-Praunias wissen. Um Äste abzuschlagen, wenn er mit dem Firmenwagen unterwegs sei, antwortete der Beschuldigte.

"Was hat Sie da geritten?", fragte die Richterin und hielt ihm vor: "Eine Schlägerei ist etwas anderes als das - sonst würden wir nicht hier sitzen mit einer so hohen Strafdrohung" (sechs Monate bis fünf Jahre, Anm.). Zur Veranschaulichung hob sie die Machete mit einer Klingenlänge von 36 Zentimetern und dem 15,5 Zentimeter langen Griff. Wenn jemand verletzt worden sei, tue es ihm leid, antwortete der Angeklagte: "Ich wollte keinen verletzen."

 Verurteilung zu 22 Monaten Haft

 Beim Herumfuchteln hatten jedoch zwei Menschen Schnittwunden davongetragen. Einer davon, ein Polizist aus Ungarn, schilderte, dass er den Angeklagten von hinten festgehalten und aufgefordert habe, die Machete fallen zu lassen. "Aber er hat mit der Machete von vorn nach hinten gestochen", erzählte der Zeuge.

Er habe dann einen Würgegriff angewendet, wodurch der 40-Jährige kurz ohnmächtig geworden und zu Boden gegangen sei. Die zehn Zentimeter lange und einen Zentimeter tiefe Schnittwunde, die er davongetragen habe, wurde im Spital behandelt, berichtete der Mann, der sich dem Verfahren als Privatbeteiligter mit 3.000 Euro anschloss.

Die Richterin sprach den Südburgenländer schuldig und verurteilte ihn zu 22 Monaten Haft sowie zur Zahlung von 500 Euro an den Polizisten, der mit seinem restlichen Anspruch auf den Zivilrechtsweg verwiesen wurde. Sowohl Ankläger Heinz Prinke als auch der Verurteilte verzichteten auf Rechtsmittel.

Der 33-Jährige stimmte einer diversionellen Lösung zu. Ebenso der 28-Jährige, nachdem er sich zunächst hartnäckig geweigert hatte, seine aktive Beteiligung an der Schlägerei einzuräumen. Beide müssen 950 bzw. 450 Euro zahlen.