Gastro-Öffnung: Bauchweh trotz großer Freude. Die BVZ hat sich bei Oberwarts Gastronomen umgehört. Der Tenor: Öffnung, ja unbedingt, aber mit gemischten Gefühlen.

Von Carina Fenz. Erstellt am 30. April 2021 (06:30)
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In etwas mehr als zwei Wochen, konkret am 19. Mai, darf die Gastronomie wieder öffnen. Auch in der Stadt blickt man der Öffnung mit großer Erwartung entgegen. Katrin Larcher vom Café Relax aber auch mit einem mulmigen Gefühl. „Durch die Abstandsregel verlieren wir rund die Hälfte der Sitzplätze, das ist wirtschaftlich gesehen nicht lustig.“ Ein Umstand, mit dem auch Katrin Wilfling von der „il sapore Feinkostbar“ angesichts der bevorstehenden Öffnung hadert. „Wir haben ein sehr kleines Lokal und darum steht die Frage, ob eine Öffnung unter diesen Vorschriften überhaupt möglich ist, für uns im Raum.“

Problematisch sieht Katrin Larcher auch die Eintrittstests: „Man will es sich mit seinen Gästen ja nicht verscherzen und da ist man automatisch der Buhmann, wenn man als Kellner einen Test verlangt“, meint Larcher. Etwas anders sieht das Stadtwirt Raimund Schmidinger: „Ich sehe die Eintrittstests als Selbstschutz und als Schutz für andere Gäste. Ich denke nicht, dass es ein Problem ist, Tests zu kontrollieren. Das sollte im gegenseitigen Respekt und Einvernehmen funktionieren“, ist Schmidinger überzeugt. Die größeren Abstände zwischen Tischen, sieht der Stadtwirt als kein Problem, aber trotzdem wird die Öffnung schrittweise erfolgen. „Im Mai werden wir vorerst nur beim Mittagsgeschäft bleiben, im Juni wollen wir dann auch Freitag und Samstagabend öffnen“, erzählt Schmidinger.

Hannes Schranz von der gleichnamigen Konditorei sieht den Zeitpunkt der Öffnung mit etwas Bauchweh. „Ich habe die Befürchtung, dass man bei steigenden Zahlen, dann schnell wieder alles zudreht“, so Schranz, der die Zutrittstests befürwortet. „Ich denke, dass das mit viel Eigenverantwortung zutun hat und dagegen ist nichts einzuwenden.“ Besonders groß ist die Freude aber auf ein Wiedersehen mit den Gästen. „Es ist enorm wichtig, wieder unter Menschen zu kommen, und über andere Themen zu sprechen“, freut sich Schranz. Das einzige Fragezeichen: „Die Regelmäßigkeit wieder im Job zu stehen, wird sicherlich zu Beginn ungewohnt sein, ebenso, wie um 4 Uhr früh aus dem Bett direkt in die Backstube zu müssen“, schmunzelt der Konditor.

Stadt will Förderungen für Schanigärten

Auch Bürgermeister Georg Rosner blickt der Gastro-Öffnung mit Freude entgegen, „weil sich mittlerweile wieder jeder danach sehnt, ins Gasthaus gehen zu können.“ Trotzdem soll, so der Stadtchef, die Vorsicht eine Rolle spielen. „Wenn man nach Vorarlberg blickt, dann sieht man gut, dass die Zahl der Infizierten bei vermehrtem Kontakt wieder steigt. Es ist aber wichtig, dass die Menschen wieder persönlich kommunizieren können, darum sind Eintrittstests eine gute Option, um zu öffnen.“ Seitens der Stadtgemeinde will man in den Gremien auch über eine mögliche Förderung für Schanigärten sprechen. „Ich sehe das als Entgegenkommen und auch als kleine Entlastung für die Wirte.“