Gastro zieht erste Bilanz über Coronakrise. Jürgen Grandits und Harald Kahr über die Schwierigkeiten, in der Gastronomie durch die Coronakrise zu kommen.

Von Carina Fenz. Erstellt am 16. Juli 2020 (04:47)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
440_0008_7889947_owz29cari_sow_dax_kahr_grandits_wirte.jpg
Bilanz. Landtagsabgeordneter Christian Dax (SPÖ) mit Jürgen Grandits und Harald Kahr.
Carina Fenz

Nach Corona-Quarantäne und zweimonatiger Schließung hat die Gastronomie seit 15. Mai wieder offen. Zeit, um für SPÖ-Abgeordneten Christian Dax gemeinsam mit Jürgen Grandits, Eigentümervertreter von „Gotthardts Bank“ und Harald Kahr, Generalpächter der Messe, eine erste Bilanz zu ziehen.

„Die Kurzarbeit hat der Gastronomie geholfen und auch das AMS hat sehr gute Arbeit geleistet und war ein Anker für KMUs und die Gastronomie. Die Mitarbeiter waren fast zu jeder Tages- und Nachtzeit erreichbar, um Auskünfte zu geben“, lobte Dax, äußerte aber auch Kritik: „Die vielen Änderungen in den Verordnungen waren herausfordernd. Und die Senkung der Mehrwertsteuer eine Ansage ohne Inhalt. Davon profitieren nur große Betriebe und keine kleinen. Hier hätten wir uns gestaffelte Zuschüsse gewünscht, die umsatzabhängig zum Vorjahr gewesen wären, denn so hätte man auch die kleineren Betriebe unterstützen können“, meint Dax.

Für Grandits war die Kurzarbeit ein wesentlicher Schritt, um diese „Phase“ zu überbrücken. „Auch weil wir viele Beschäftigte aus Ungarn haben, die ohne Kurzarbeit keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld in Österreich gehabt hätten. Die Mitarbeiter waren dankbar für diese Lösung, das hat auch den Neustart leichter gemacht“, so Grandits. Auch die Umsatzsteuersenkung spiele der Bank gut in die Karten. „Hätte man das Epidemiegesetz nicht aufgehoben, dann hätte das dem Staat nicht wesentlich mehr gekostet“, kann auch Grandits mit ein wenig Kritik nicht sparen. Um durch steigende Coronazahlen nicht noch einmal einen Lockdown zu provozieren, könnte sich Grandits vorstellen, in der Bank wieder proaktiv die Maske beim Personal einzuführen.

Ganz anders fällt die Bilanz bei Harald Kahr aus, der alle Veranstaltungen in der Messehalle seit 10. März absagen musste und auch weiterhin keine Planungssicherheit hat. „Corona hat uns zu 120 Prozent getroffen. Hilfe haben wir bislang keine bekommen, obwohl uns von Amtswegen die Geschäftsgrundlage entzogen wurde“, ärgert sich Kahr, der demnächst ein Gespräch mit der Bezirkshauptmannschaft führen wird, um festzulegen, unter welchen Voraussetzungen Veranstaltungen, auch Maturabälle, in den Messehallen stattfinden dürfen.