Gewaltschutzzentrum ist übersiedelt. Das Gewaltschutzzentrum Burgenland ist eine Opferschutzeinrichtung, die 1999 gegründet wurde. Jedes Jahr werden über 500 Opfer von Gewalt betreut, über 80 Prozent davon sind weiblich. Ziel ist es, die Sicherheit der Betroffenen zu erhöhen und sie in ein gewaltfreies Leben zu begleiten. Die Finanzierung des Gewaltschutzzentrums erfolgt durch den Bund (Frauen-, Innen- und Justizministerium).

Von Redaktion BVZ.at. Erstellt am 12. Februar 2021 (09:24)
 Landeshauptmann-Stellvertreterin Mag.a Astrid Eisenkopf besuchte Jennifer Seper, Leiterin Karin Gölly, Michaela Seper und Julia Gingl (v.l.) in den neuen Räumlichkeiten.
Landesmedienservice Burgenland/Daniel Fenz

„Es ist mir ein wichtiges Anliegen, dem Thema Gewalt auch in der zukünftigen politischen Arbeit die nötige Gewichtung zu geben. Wir haben deshalb im Zukunftsplan Burgenland die Umsetzung einer landesweiten Gewaltpräventionsstrategie festgehalten. Hier ist es uns wichtig, ganzheitlich zu denken und das Thema ressortübergreifend zu behandeln“, sagte die Landeshauptmann-Stellvertreterin.

Das Gewaltschutzzentrum Burgenland ist seit 1. Februar in neuen Büroräumlichkeiten in der Waldmüllergasse in Oberwart untergebracht. Damit steht dem Zentrum nun mehr Platz für ihre Beratungstätigkeiten zur Verfügung. Auch die Zusammenarbeit im Team wird durch nun zusammenhängende Büroräumlichkeiten vereinfacht. Insgesamt sind 10 Mitarbeiterinnen im Gewaltschutzzentrum beschäftigt.

„Seitens des Landes werden wir weiterhin daran arbeiten, mit Bewusstseinsbildung und Informationen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen vorzugehen und das Gewaltschutzzentrum bestmöglich zu unterstützen. Ich möchte mich bei den MitarbeiterInnen des Gewaltschutzzentrums für ihr Engagement bedanken, denn der Einsatz und die Leistung, die täglich erbracht werden, sind für das Sicherheitsgefühl der BurgenländerInnen vor allem in Zeiten wie diesen, enorm wichtig“, so Eisenkopf.

Hauptaufgabe des Gewaltschutzzentrums

Das Gewaltschutzzentrum hilft Menschen, denen Gewalt angetan wird oder die bedroht werden. Neben den Beratungen in Oberwart bietet das Gewaltschutzzentrum Burgenland auch Beratungstage in allen burgenländischen Bezirken an. Rund die Hälfte der Beratungen finden außerhalb der Büroräumlichkeiten des Gewaltschutzzentrums statt.

Landeshauptmann-Stellvertreterin Mag.a Astrid Eisenkopf mit Leiterin Karin Gölly und Julia Gingl (v.l.).
Landesmedienservice Burgenland/Daniel Fenz

Gewaltschutzzentrum hilft und berät kostenlos

Bei körperlicher oder psychischer Gewalt, Stalking oder Psychoterror, Zwangsheirat, sexualisierter oder ökonomischer Gewalt stehen ihnen die Mitarbeiterinnen zur Seite. Sie begleiten die Opfer auch zu Einvernahmen bei der Polizei und bei Gerichten. Neben der rechtlichen Beratung erhalten die Betroffenen auch psychosoziale Unterstützung. Etwa 60 Prozent der Opfer wurden dem Gewaltschutzzentrum durch die Polizei vermittelt. In den anderen Fällen erfolgte die Kontaktaufnahme nach Vermittlung durch andere Institutionen (Beratungsstellen, Kinder- und Jugendhilfe, Gesundheitseinrichtungen, Sozialprojekte, Gerichte) oder auch nach Empfehlung von Familiengehörigen oder sonstigen Nahestehenden.

Aktuelle Zahlen

Betretungs- und Annäherungsverbote: 2020: 251; 2019: 270.
Anmerkung: Seit 2020 werden die BV/AV von der Polizei anders gezählt. Bei mit dem Jahr 2019 vergleichbarer Zählweise beträgt die Zahl der BV/AV im Jahr 2020 weniger, nämlich 190. Betreute Klientinnen und Klienten: 2020: 611; 2019: 661.