Kopfstoß wegen 10 Euro: Gewalt am Würstelstand. Zu Neujahr verletzte ein Mann einen Verkäufer schwer. Jetzt könnte er die Fußfessel abgeben und ins Gefängnis wandern.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 10. November 2018 (04:39)
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Am Gericht ist der 30-jährige quasi ein „Dauerkunde“: Zwölfmal wurde er bereits verurteilt, siebenmal davon wegen Körperverletzungen. Zum Prozess am Montag dieser Woche erschien er mit elektronischer Fußfessel, mit der er aktuell sechs Monate verbüßen muss.

Am 1. Jänner 2018 war es gegen 4.30 Uhr morgens zu einem Zusammentreffen zwischen dem Angeklagten und einem 65-jährigen Blumenverkäufer gekommen. Dieser hatte dem Angeklagten einige Monate zuvor zehn Euro geborgt und wollte, als er den Gläubiger am Neujahrstag bei einem Würstelstand stehen sah, sein Geld zurück. Doch außer Beschimpfungen habe er nichts bekommen, so der 65-jährige.

Mann erlitt ein schweres Schädel-Hirn-Trauma

Er habe sich kurz weggedreht, da sei er schon am Boden gelegen. Der Angeklagte hatte dem Blumenverkäufer einen Kopfstoß versetzt. Mit schwerwiegenden Folgen: Einige Wochen nach der Tat litt das Opfer noch immer an Kopfschmerzen. Bei einer Computertomographie wurde ein Schädel-Hirn-Trauma entdeckt, der Mann musste operiert werden.

„Es tut mir leid, dass es so arg ausgefallen ist“, sagte der Angeklagte. Er behauptete, in der Nacht schwer betrunken gewesen zu sein. Dem widersprach Richterin Karin Lückl, die auf das Ergebnis des Alkomattests verwies, der bei dem Angeklagten durchgeführt worden war. Bei 0,88 Promille sei von Volltrunkenheit keine Rede. Die Richterin verhängte wegen der vielen Vorstrafen eine empfindliche Freiheitsstrafe von zwei Jahren unbedingt.

An das Opfer muss der Mann 3.630 Euro Schmerzensgeld bezahlen. Ob der Angeklagte die Fußfessel behalten kann, ist derzeit noch unsicher. Möglicherweise müsse er in Anbetracht der neuen Verurteilung den Rest der Strafe auch bereits im Gefängnis verbüßen. Der Angeklagte nahm das Urteil an.