Neuer Name für Kult-Café. Das Stromberger wird zum „Albin“. Eigentümer Albin Pfeffer über neues Design und Traditionen, mit denen man(n) nicht brechen soll: guten Kaffee zum Beispiel.

Von Vanessa Bruckner. Erstellt am 19. Juni 2020 (05:11)

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten. Über guten Kaffee nicht. Zumindest, wenn es nach dem Großteil von Frau und Herrn Österreicher geht.

Hierzulande pflegt man die Kaffeehaus-Kultur seit Jahrhunderten und auch in Oberwarts Schulgasse geht man diesen Gepflogenheiten nach. Wenn auch etwas hipper, moderner und mit der für südburgenländische Verhältnisse exotischen Variante eines jungen Mannes hinter der Kaffeebar. Albin Pfeffer, 29 Jahre jung, hat das Café Stromberger vor zweieinhalb Jahren von seiner Cousine und Tante übernommen. Den „best coffee in town“ zu machen hat ihm Cousine Jasmin, die mehrere Auszeichnungen in der Disziplin „Latte-Art“ bei den Barista Staatsmeisterschaften holte, selbstverständlich persönlich beigebracht. „Bis ich im Stromberger zu arbeiten begonnen habe, hatte ich mit Kaffee sehr wenig zu tun“, erzählt Albin Pfeffer, der 2016 ins kleine Geschäft in der Oberwarter Schulgasse eingestiegen ist. „Einen Baum oder Batman, wie meine Cousine, kann ich zwar nicht mithilfe von Milchschaum ins Häferl zeichnen, aber ein Herzerl schaffe ich“, so Pfeffer lachend, der vom Bürojob liebend gerne hinter den Tresen im Café gewechselt hat.

Neues Logo und neuer Name kommen

„Ich bin einfach gerne unter Menschen, ich kenne und schätze meine Stammkunden und natürlich sind auch schon Freundschaften entstanden. In einem Café kriegt man halt einiges mit, das bleibt nicht aus.“ Was nach zwei Jahren als Eigentümer und Geschäftsführer jetzt auch nicht mehr ausbleibt, ist ein Imagewechsel für das Café Stromberger. Ein neuer Name und das dazu passende Design sind bereits in Arbeit. Pfeffer verrät: „Das Café wird künftig schlicht ‚Albin‘ heißen und auch die Farbe und Gestaltung des Logodesigns wird sich über die Sommermonate verändern.“

Mama-Sache und Prüfungstermine

Auch für Albin Pfeffer selbst hat sich in den letzten zwei Jahren als selbstständiger Unternehmer vieles verändert. „In die ganze Buchhaltung musste ich erst reinwachsen und dass so ein kleines Lokal so hohe Fixkosten hat, hat mich schon erschreckt, aber alleine kann man von den Einnahmen gut leben. Reich wird man freilich nicht, aber darum ging es mir nie.“ Eine Gruppe Schüler, das Hauptklientel im Stromberger, steht auf und Albin Pfeffer ruft ihnen zwischen Kaffeehäferln und Schokomuffins noch schnell „Viel Glück für morgen!“ hinterher. Ein guter Unternehmer weiß eben, wann seine Kundschaft ein Vorstellungsgespräch hat, zum Zahnarzt muss oder eben eine Prüfung in der Schule ansteht.

Die Inneneinrichtung im Café ist mit Albin Pfeffer ein bisserl urbaner geworden, wenn man so will. „Das ist Mama-Sache“, gesteht er lachend, „die kann das viel besser als ich.“ Die Corona-Krise war freilich auch für den Riedlingsdorfer hart. „Ich kann nur hoffen, dass sich der Betrieb bis September wieder normalisiert.“ Auf die Frage, was sein Geschäft auszeichnet, antwortet Pfeffer: „Mein guter Kaffee, zumindest sagen mir das meine Kunden.“ Woraufhin prompt vom Tisch im Eck ein Gast einwirft: „Gibt´s überhaupt irgendwo sonst noch auf der Welt so an guadn Kaffee wie do?“