Neuer Zeitpunkt für Maturabälle möglich. 13 Maturabälle sollten ab Herbst in der Messehalle stattfinden. Kommt eine zweite Welle, dann muss improvisiert werden.

Von Rosa-Stefanie Nutz und Carina Fenz. Erstellt am 25. Juni 2020 (05:52)
Symbolbild
Shutterstock, czb

Stabile Fallzahlen, Lockerungen der Maßnahmen und langsames Hochfahren des kulturellen Lebens, die Coronakrise scheint in mancher Augen bereits überstanden, doch für viele bleibt trotzdem die Sorge einer zweiten Welle und diese würde auch die zukünftigen Maturanten treffen. Wie jedes Jahr stecken die Maturanten nämlich schon mitten in den Vorbereitungen für ihre Maturabälle, doch nun stellt sich die Frage, werden diese überhaupt wie gewohnt stattfinden können?

Ratlosigkeit über die richtige Entscheidung

Das hat mehrerer Faktoren: Erstens ist die Besucherobergrenze ab September zwar mit 1.000 Personen reglementiert — Stand: Redaktionsschluss, Mittwoch, 10 Uhr —, aber bei einem Maturaball tummeln sich für gewöhnlich weitaus mehr Menschen. Weiters muss für Veranstaltungen ab 100 Personen ein COVID-19-Beauftragter bestellt werden und ein COVID-19-Präventionskonzept ausgearbeitet werden. Überdies gelten für die Sperrstunde bei Veranstaltungen dieselben Einschränkungen wie bei der Gastronomie – Öffnungszeiten von 6 Uhr bis 1 Uhr früh.

Ratlosigkeit. Messer-Generalpächter Harald Kahr weiß nicht, ob es heuer Veranstaltungen geben wird.
BVZ

Die BVZ hat sich bei den Schulen im Bezirk umgehört: Dabei ist die Ratlosigkeit derzeit besonders groß, bei den Maturanten, Lehrern, Direktoren und auch bei Harald Kahr, der als Generalpächter der Messehalle die Veranstaltungslocation vermietet.

Geplant wären von September 2020 bis Feber 2021 in der Messehalle 13 Maturabälle, aber die Verunsicherung ist groß. Da gibt es die einen Schulen, die vorerst an den Terminen festhalten wollen, darunter die HAK Oberwart und auch die HTL in Pinkafeld. Für die Maturanten sei die Unsicherheit auf jeden Fall nicht einfach, „sie lernen aber so auch etwas fürs weitere Leben, und zwar flexibel und schnell auf geänderte Situationen zu reagieren“, meint HAK-Direktor Andreas Lonyai. Auch die HBLA Oberwart möchte sich mit einer endgültigen Entscheidung noch Zeit lassen, es stehe im Mittelpunkt, den Maturanten einen Ball gewähren zu können und ihn nicht komplett streichen zu müssen. Die BAKIP hingegen visiert jetzt schon einen Ersatztermin im Frühjahr, vorzugsweise März an.

Amerikanische Lösung für das Gymnasium

Auch das Gymnasium Oberschützen steckt mitten in der Planungsphase, die Maturanten haben aber schon einige vielversprechende Lösungen geschmiedet. So könnte der Maturaball ganz unter dem Motto „American Prom“, ein in Amerika traditionell am Ende des Schuljahres abgehaltener Ball, erst nach der Matura stattfinden. „Den Maturanten die Chance zu nehmen, ihren Maturaball erleben zu können, möchten wir auf keinen Fall“, so die Direktorin Ingrid Weltler-Müller. Mit der Entscheidung, ob und vor allem wann man einen Ball veranstaltet, lassen sich alle Schulen zumindest noch bis September Zeit, bestätigt Harald Kahr. „Fix ist, dass es ein paar gute Ideen gibt, die Maturabälle unter den gegebenen Umständen zu veranstalten, aber alles steht und fällt mit einer möglichen zweiten Welle. Würde diese nicht kommen, was wir natürlich hoffen, dann gilt es bei allen Veranstaltungen im Sinne der geltenden Verordnungen zu agieren“, erklärt Kahr.

Lockerungen für Events wahrscheinlich

Die Ankündigungen der Bundesregierung im Laufe des Mittwochs (nach Redaktionsschluss), weitere Lockerungen der Coronavirus-Maßnahmen zu beschließen, würden den Maturanten positiv in die Karten spielen.

Ab September sollen nämlich unter bestimmten Voraussetzungen Veranstaltungen im Freien mit bis zu 10.000 und drinnen mit bis zu 5.000 Teilnehmenden erlaubt werden. Es muss zugewiesene Sitzplätze geben, auch müssen Abstandsregeln eingehalten werden. Zudem soll die Sperrstunde für geschlossene Veranstaltungen mit Anfang Juli aufgehoben werden, was auch eine spätere Sperrstunde für Maturabälle bedeuten würde. „Kommt dieses Maßnahmenpaket, dann würde einer Ballsaison, wie wir sie kennen, nichts im Wege stehen, natürlich unter Einhaltung aller geltenden Auflagen. Die Angst einer zweiten Welle bleibt aber natürlich. Kommt diese, dann heißt es, wieder neue Pläne zu machen“, sagt Kahr.

Mit der neuen Lockerung würde auch die Genussmesse in Oberwart wie geplant stattfinden können.