Pläne für Stadtbus werden konkreter. Die Grünen fordern einen Stadtbus und bekommen Schützenhilfe von der SPÖ. Stadtchef Rosner verspricht ein Konzept.

Von Carina Fenz. Erstellt am 06. August 2020 (06:06)
Neo-Gemeinderätin Dagmar Frühwirth-Sulzer und Landtagsabgeordneter Wolfgang Spitzmüller (Grüne) wollen in Oberwart schon bald einen Stadtbus fahren sehen.
Carina Fenz

Geht es nach den Plänen der Grünen, dann soll in der Stadt schon bald ein Stadtbus seine Kurven ziehen. „Oberwart als Zentrum des Südburgenlandes braucht ein Linienbussystem innerhalb der Gemeinde inklusive dem Ortsteil St. Martin in der Wart“, fordert Landtagsabgeordneter Wolfgang Spitzmüller (Die Grünen), der gemeinsam mit Neo-Gemeinderätin Dagmar Frühwirth-Sulzer (Die Grünen) die Stadt zur Erarbeitung eines Konzeptes auf.

Das System soll vor allem für nicht-mobile Personen geschaffen werden, aber auch, um das Verkehrsaufkommen in der Stadt zu minimieren und die Lebensqualität zu steigern sowie „die dezentralisierten Einkaufsmöglichkeiten besser zu erreichen“. „Eisenstadt und Mattersburg haben vorgezeigt, dass so ein System super funktionieren kann“, meint Spitzmüller, der auch dafür plädiert, dass der künftige Stadtbus elektrisch unterwegs sein kann.

In einem weiteren Schritt will Gemeinderätin Dagmar Frühwirth-Sulzer in der nächsten Sitzung des Gemeinderates (voraussichtlich Ende September) einen Antrag auf eine Verkehrserhebung mit Einplanung des Stadtbusses einbringen. „In vielen Gesprächen mit Bürgern war vor allem der Wunsch nach einem Stadtbus großes Thema. Ein solcher Bus würde sogar sehr gut angenommen werden und weniger Individualverkehr bedeuten“, ist Frühwirth-Sulzer überzeugt.

Hinsichtlich der Kosten könnten sich die Grünen vorstellen, dass man ähnlich wie auch die Stadt Mattersburg, rund 320.000 Euro pro Jahr dafür als Stadt aufbringen müsste. „Ziel muss es sein, dass die Linien stündlich oder möglicherweise sogar halbstündlich fahren. Der Preis für die Fahrgäste muss sich natürlich auch rechnen“, erklären Spitzmüller und Frühwirth-Sulzer.

Unterstützung von SPÖ

Unterstützung für ihre Pläne bekommen die Grünen von SPÖ-Stadtrat Ewald Hasler. „Grundsätzlich kann man nicht gegen so ein Projekt sein, allerdings kommt es auf die Ausführung an“, erklärt Hasler, der allerdings ein Gesamtverkehrskonzept für die Stadt vermisst. „Da gab es schon viele Ankündigungen, jetzt scheint Bewegung in die Sache zu kommen“, so Hasler, der zum Thema Stadtbus aber auch festgehalten haben will, dass es das Stadttaxi, welches von der Gemeinde seit vielen Jahren gefördert wird, weiterhin geben soll. „Für Pensionisten beispielsweise braucht es dieses individuelle System. Viele Leute sind darauf angewiesen, dass der Taxler die schweren Einkaufstaschen zum Haus bringt. Ein Busfahrer, der noch mehr auf die Einhaltung der Zeit achten muss, hätte diese Möglichkeiten wohl nicht“, ortet Hasler auch noch Gesprächsbedarf.

Auf die Frage, wie weit die Planungen für ein Stadtbus-System fortgeschritten sind, meint Stadtchef Georg Rosner (ÖVP): „Mir ist wichtig, dass diese Maßnahmen in den Gremien behandelt werden. Aber ich kann versichern, es wird sehr intensiv daran gearbeitet“, so Rosner, der sich einen Start für den Stadtbus 2021 vorstellen könnte, sich aber nicht festlegen will.

„Wir schauen uns die Systeme in Mattersburg und Eisenstadt genau an und wollen daraus lernen. Keine Stadt ist wie die andere und man kann aus positiven aber auch negativen Erfahrungen vieles mitnehmen und in die Oberwarter Pläne miteinfließen lassen“, meint Rosner.

Eine Diskussion des Verkehrskonzeptes mit Einbindung eines Stadtbusses im Gemeinderat kann sich Rosner nicht so bald vorstellen. „Die Erstellung eines Verkehrskonzeptes ist ein fortlaufender Prozess. Verschiedene Bereiche müssen immer wieder neu bewertet und überdacht werden. Den genauen Zeitplan für die Beschlüsse einzelner Maßnahmen besprechen wir in Abstimmung mit den Ausschüssen und dem Stadtrat. Es wäre unseriös, hier ein konkretes Datum zu nennen.“