Südtiroler-Siedlung: Juwel wird wiederbelebt

Erstellt am 31. Dezember 2021 | 04:38
Lesezeit: 2 Min
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Aufgrund des „Hitler-Mussolini-Abkommens“ von 1939 wurden die Südtiroler gezwungen unter den Bedingungen des italienischen Faschismus in Südtirol zu bleiben oder ins Deutsche Reich auszuwandern. Für jene zugezogenen Südtiroler wurden überall im Deutschen Reich (in den Jahren 1939 bis 1941 auch in Oberwart) sogenannte Südtiroler-Siedlungen errichtet. In Oberwart geschah das auf dem Gebiet des erst abgebrannten Sägewerks und Holzlagerplatzes Schlenger.
Foto: BVZ
Die denkmalgeschützte „Südtiroler-Siedlung“ wird von der OSG aus dem Dornröschenschlaf geweckt. Der Charakter des Hauses in Oberwart soll unbedingt erhalten bleiben, ein bisschen mehr „hipp“ ist aber unbedingt gewollt, um in Zukunft mitten im Stadtgebiet neues Wohnen in den alten Gemäuern zu gewährleisten.
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Lokalaugenschein in der Südtiroler-Siedlung. Architekt Martin Schwartz und OSG-Obmann Alfred Kollar besichtigten die ehrwürdigen Mauern in der Oberwarter Hauptstraße.
Foto: C. Fenz

Fünf Jahre ist es her, dass die Oberwarter Siedlungsgenossenschaft die städtebaulich markante Wohnanlage, der „Südtiroler-Siedlung“ gekauft hat. Das Leben ist den alten Gemäuern aber mittlerweile entfleucht, „lediglich fünf der 28 Wohnungen sind nur mehr belegt“, erklärt OSG-Obmann Alfred Kollar. Dreh- und Angelpunkt des Gebäudes an der Wienerstraße ist das „KochTheater“ von Martin Schuster — ein kulinarischer Hotspot. „Ausgehend davon, startet man 2022 auch die Planungen für die Revitalisierung des gesamten Objekts“, erzählt Architekt Martin Schwartz. Ein gehobenes Restaurant, „welches in Oberwart fehlt“, so Kollar, soll im Bereich des „KochTheaters“ entstehen. Die Wohnungen sollen „hipp“ werden und vor allem Familien ansprechen.

Die rund 8.500 Quadratmeter große Anlage bringt aber vor allem in planerischer Hinsicht viele Herausforderungen mit sich. „Es handelt sich um eine unglaublich große Fläche für so wenig Wohnungen. Heute ist das eigentlich unvorstellbar, noch so zu bauen“, erklärt Kollar. In Zusammenarbeit mit dem Denkmalschutz soll das Haus jetzt umgebaut werden. Dabei gilt es vor allem, die Auflagen in die Planungen einzubinden. „Nach vorne hin, muss der Charakter des Hauses erhalten bleiben, im hinteren Bereich gibt es hingegen Gestaltungsmöglichkeiten“, erklärt Kollar. Eine spannende Aufgabe ist das auch für Architekt Martin Schwartz: „Es gilt Wohnraum, der vor mehr als 80 Jahren entwickelt wurde, auf die heutigen Gegebenheiten anzupassen, im selben Rahmen und Korsett“, schwärmt Schwartz von seiner Aufgabe.

Abgeschlossen sollen die Planungen noch im Jahr 2022 werden. Der Startschuss für den Umbau soll dann 2023 erfolgen.

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