Schulqualitätsmanager Lehner geht nach Wien. Der bisherige Schulqualitätsmanager Alfred Lehner wird Clusterbeauftragter im Bildungsministerium.

Von Carina Fenz. Erstellt am 25. Juni 2020 (04:47)
Angelobung als Bezirksschulinspektor 2015. Alfred Lehner (m.) mit Bildungsdirektor Heinz Zitz (l.) und Landesschulinspektor Erwin Deutsch.
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Etwas was mehr als fünf Jahre war Alfred Lehner als Schulqualitätsmanager — zuständig für die Bezirke Oberwart und Oberpullendorf — in der Bildungsdirektion Burgenland beschäftigt.

Begonnen hat er 2015 noch als Pflichtschulinspektor (davor Bezirksschulinspektor), mit dem Bildungsreformgesetz 2017 wurde Lehner dann zum Schulqualitätsmanager. „Mit dieser Reform hat sich die schulische Welt in Österreich verändert. Der Kern der Reform war und ist, das Kind in der Region in den Blickpunkt zu nehmen. Dort, wo man geboren ist, soll man die schulische Bildung vor Ort erhalten, das Kind soll quasi das Bildungsangebot in der Region nützen und - wenn möglich – später auch in der Region wohnhaft bleiben“, erklärt Lehner.

Die organisatorisch hierzu geschaffenen Bildungsregionen sollen ermöglichen, dass schulartenübergreifend gearbeitet werden kann. Eine Komponente, die genau in Lehners Themenfeld passt: Mit 1. Juli verabschiedet sich Lehner nämlich nach Wien ins Bildungsministerium in die Sektion III (Bildungsentwicklung und Bildungsmonitoring) und wird dort an der Ausrollung des Qualitätsmanagements an Österreichs Schulen beteiligt, sowie als Beauftragter für Clusterbildungen und Bildungsnetzwerke tätig sein.

Als sein Nachfolger als Schulqualitätsmanager wird Oberwarts NMS-Direktor Klaus Schermann gehandelt. Eine Bestätigung seitens des Ministeriums ist jedoch noch ausständig.

Bereits seit 2017 ist Alfred Lehner als Autonomiebotschafter im Bildungsministerium tätig. Den Weg dahin hat er sich selbst geebnet, denn Innovation im Bildungsbereich ist für Lehner seit jeher ein Muss. Da geht es dem Pädagogen vor allem um die Schulautonomie, die er als kreative, gestalterische pädagogische Freiheit versteht, „die innerhalb der vorgegebenen Rahmenbedingungen ermöglicht wird, um Schülern zu individuellen und stärkeorientierten Höchstleistungen zu verhelfen“, so Lehner.

Im Schuldienst war Lehner mehr als 30 Jahre tätig, zuerst 18 Jahre lang als Lehrer, dann über 13 Jahre hinweg als Direktor in der Neuen Mittelschule Markt Allhau. Im Laufe der Jahre ist es Lehner auch gelungen, die NMS Markt Allhau im Zuge eines Transformationsprozesses zu einer „Leuchtturmschule“ hinsichtlich einer zeitgemäßen Lernkultur in der österreichischen Bildungslandschaft zu entwickeln. Viele Schulpreise, darunter auch der Österreichische Schulpreis 2016 und ein reger Schülerzulauf geben Zeugnis davon, dass Schulautonomie in der Bildungslandschaft erlebbar sein kann.

Als Schulqualitätsmanager hat Lehner in den letzten Jahren diese autonomen Schulen in seinem Zuständigkeitsbereich forciert und ausgebaut. „Schulen, die diese Herausforderungen schon leben, wurden gestärkt, die auf dem Weg sind begleitet und jene, die noch Startschwierigkeiten haben, motiviert. Für die Zukunft soll es gelingen, alle Bildungsinstitutionen zu vernetzen, um eine gerechte Bildungschance für alle zu ermöglichen“, so Lehner.

Als Pilotprojekt wurde im Bezirk Oberwart ein Bildungsnetzwerk installiert. „Hier arbeiten alle Schultypen und Vertreter der Wirtschaft sowie der Unternehmen auf regionaler Ebene partizipativ im Interesse der Zukunft der Kinder zusammen. Das ist in dieser Form einzigartig im Burgenland und darüber hinaus“, erklärt Lehner. Durch diese neue Form der Zusammenarbeit von Schule und Wirtschaft, sollen sich Unternehmen Führungspersonen und auch zukünftige Lehrlinge „heranbilden“ können.