Wirtschaft steigert Tonnagen per Bahn

Rund 100.000 Tonnen werden heuer ab Oberwart transportiert, das ist ein Plus von 100 Prozent in nur drei Jahren.

Michael Pekovics
Michael Pekovics Erstellt am 14. Dezember 2016 | 10:42
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Heimo Portschy, Edmund Kirnbauer, Anni Benkö, Josef Braunstein, Mari Kern, Dietrich Wertz und Bernhard Fischer (v.l.) sind mitverantwortlich für den Erfolg.
Foto: BVZ

In Sachen Eisenbahn sieht es im Bezirk Oberwart seit einigen Jahren schlecht aus. Trotzdem konnte die Initiative ProBahn Südburgenland, gemeinsam mit Vertretern der Wirtschaft, die noch auf die Schiene setzen, eine Erfolgsmeldung präsentieren. Die Menge der beförderten Güter auf der Strecke Oberwart–Friedberg ist seit 2013 von 50.000 Tonnen auf 100.000 Tonnen angestiegen. „Der Güterverkehr wird angenommen, wenn es ein attraktives Angebot gibt“, erklärt Dietrich Wertz von ProBahn.

Ohne das Engagement der Holz- und Stahlindustrie und der Aktivisten würde kein Waggon mehr auf den Schienen rollen. 2011 wurde der Personenverkehr auf der Strecke eingestellt. Bald darauf sollte auch der Güterverkehr folgen. Zu wenig Tonnagen seien transportiert worden. „Es war eine Kostenfrage zum damaligen Zeitpunkt“, sagt Thomas Wimroither von der ÖBB Railcargo.

Unternehmen sind auf die Schiene angewiesen

Heimo Portschy, Einkäufer von Unger Steel in Oberwart, setzte sich massiv für den Fortbestand des Güterverkehrs ein, ebenso die Holzbetriebe der Region, die auf den Transport auf der Schiene angewiesen sind. Die Lösung war die Steiermarkbahn – sie wurde von den ÖBB als Subunternehmer gewonnen. „Wir haben damals gesagt, wir schauen uns das an“, sagt Wolfgang Sauseng von dem Bahnunternehmen. Es habe sich zu einem „schönen, stabilen Geschäft entwickelt“, erklärt er.

Einzigartig sei die Initiative, die die Unternehmen gezeigt haben, damit die Bahn erhalten bleibt. „Wenn andere Bahnstrecken so etwas gehabt hätten, wären sie nicht zugesperrt worden – ein Vorzeigeprojekt“, sagt Wimroither. Für Wertz ist das Ziel immer noch die Wiederbelebung des Personenverkehrs. Doch den wird es laut Land erst geben, wenn das Projekt „Grenzbahn“, eine Strecke von Oberwart nach Szombathely, umgesetzt wird. Ein EU Projekt dafür ist in Planung. Ebenfalls in der Projektphase ist ein kombinierter Verkehr, bei dem die Container direkt vom Lkw auf die Waggons geladen werden. „Combi Coop“ wurde von Unger Steel projektiert, nächstes Jahr startet der Feldversuch.