Gelbe Engel flogen weniger Einsätze

Erstellt am 07. Mai 2020 | 05:35
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Foto: BVZ
“Gelbe Engel“ trotz Krise voll einsatzfähig, aber nicht so oft gefordert.
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Auch in Zeiten der Coronakrise leisten die „Gelben Engel“ der ÖAMTC-Flugrettung uneingeschränkt 24 Stunden am Tag ihre Dienste. Zwar sind die Einsätze zuletzt aufgrund der Ausgangsbeschränkungen stark zurückgegangen, das hatte auch mit „einer neuen Ausrückordnung und einer neuen Indikationsstellung zu tun“, informiert Hans-Peter Polzer, leitender Flugrettungssanitäter.

Einsätze in Krisenzeit haben sich geändert

Mittlerweile ist das aber anders, denn die eingeschränkte Indikationsstellung ist gelockert worden. „Seit einer Woche dürfen wir jetzt zusätzlich auch Corona-Patienten und Verdachtsfälle in die Kliniken fliegen. Zuvor wurden diese Fälle am Boden transportiert“, weiß Wilhelm Urschl, leitender Flugrettungsarzt.

„Es war uns ein großes Anliegen, dass die Notfallversorgung nicht durch Einsätze gefährdet wird, die eigentlich gar nicht notwendig sind.“ Wilhelm Urschl, leitender Notarzt des C16

Warum sich die Art der Einsätze in der Krisenzeit jedoch so stark verändert hat, versucht Urschl zu erklären: „Die oberste Prämisse zu Beginn der Krise war, die Infektionsgefahr für das medizinische Personal zu minimieren. Es war uns ein großes Anliegen, dass die Notfallversorgung nicht durch Einsätze gefährdet wird, die eigentlich gar nicht notwendig sind, und wir dann vielleicht eine Mannschaft außer Dienst nehmen und in Quarantäne schicken müssen“, verteidigt Urschl die Vorgehensweise. „Mit voller Schutzausrüstung in einem Helikopter zu sitzen und da ist auch der Pilot inbegriffen, ist eine Herausforderung, vor allem weil der Platz sehr beengt ist und die Schutzausrüstung im Kopfbereich das Sichtfeld stark einschränkt. Dazu hat es Zeit gebraucht und darum waren die Flüge Patienten vorbehalten, die lebensbedrohliche verletzt oder krank waren“, weiß Urschl.

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Wilhelm Urschl, leitender Notarzt des Christophorus 16 am Stützpunkt Oberwart.
Foto: BVZ

Aber natürlich wirkt sich auch der Shutdown in der Statistik aus. Während es im Vorjahr Ende April bereits über 300 Einsätze gab, musste der C16 heuer deutlich weniger oft ausrücken, auch weil durch die Ausgangsbeschränkungen weniger Unfälle im Straßenverkehr passiert sind und auch Sport- und Freizeitunfälle abgenommen haben. Ebenso wie internistische und neurologische Notfälle. „Der Rückgang der Einsatzzahlen hängt aber vermutlich auch damit zusammen, dass die Kapazitäten in den Spitälern runtergefahren wurden“, meint Urschl, der aber auch darauf hinweist, dass die „Einsätze in den letzten Tagen wieder steigen.“ Die erschwerten Bedingungen unter größeren Schutzvorkehrungen für die Einsätze der C16-Crew bleiben aber, „denn wir arbeiten so, als wäre jeder Patient ein Corona-Verdachtsfall“, so Urschl.

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