Bezirk Oberwart: Pflegekräfte aus der Pension in den Dienst zurück

Die KRAGES hat pensionierte Pflegekräfte angeschrieben, um das Personal zu entlasten. Die ersten sind bereits wieder im Dienst.

Erstellt am 10. Dezember 2021 | 05:59
Lesezeit: 3 Min
Pflegerin Krankenschwester Krankenhaus Symbolbild
Symbolbild
Foto: khuncho007/Shutterstock.com

Im Burgenland hat man angesichts der großen Belastung der Spitäler zu einer recht ungewöhnlichen Maßnahme gegriffen und pensioniertes Personal für die Spitäler rekrutiert. „Ehemalige Ärztinnen und Ärzte sowie Pflegekräfte wurden kontaktiert, um zu erheben, ob sie wieder arbeiten würden“, heißt es auf Nachfrage der BVZ von der KRAGES. Damit hat man sich Mitte November für eine mögliche Personalnot gerüstet. Insgesamt acht Pflegekräfte und ein Arzt sind mittlerweile an ihre alte Wirkungsstätte zurückgekehrt.

Seit 1. Dezember wieder im Krankenhaus im Dienst

Sieben Pflegekräfte davon sind seit Beginn der Pandemie, drei davon mit 1. Dezember, wieder in den Dienst ins Krankenhaus Oberwart zurückgekehrt. Fast jede oder jeder der Kontaktierten hätte sich dazu bereit erklärt, im Notfall wieder zu arbeiten.

Eine Pflegkraft aus dem Bezirk Oberwart (Name der Redaktion bekannt) schildert im BVZ Gespräch, wie es dazu kam. „Vom Anruf war ich schon ein wenig überrumpelt, aber ich dachte dann, warum nicht? Ich hab meinen Job immer gerne gemacht und es ist auch meine Aufgabe zu helfen und darum hab ich nicht lange gezögert.“ „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die aus der Pension geholt wurden, werden vor allem dort eingesetzt, wo Bedarf besteht“, heißt es von der KRAGES, vorrangig aber in jenem Krankenhaus, in dem sie zuletzt gearbeitet haben.

Es gehe bei den „zurückgeholten“ Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor allem darum, sie im Nachtdienst einzuteilen, um Personal für den Tag freizubekommen. „Wir waren auch sofort wieder in das Team eingebunden und die Abläufe haben sich ja nicht geändert. Bei so viel Berufserfahrung ist man schnell wieder in der Routine angekommen und es macht auch Freude“, erzählt die Diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin, die über ein Jahr im Ruhestand war, „auch, wenn das Verständnis bei vielen nicht da war.“ „Viele haben schon gefragt, warum ich das mache, wenn ich eigentlich meine Pension genießen könnte, aber wenn du es einmal gewöhnt bist zu helfen, dann machst du das immer und meine Pension kann ich ja noch viele Jahre genießen, jetzt wird Hilfe gebraucht und wenn ich diese geben kann, dann tu ich das auch.“

Dienstverträge sind auf drei Monate befristet

Die Dienstverträge jener zurückgeholten Mitarbeiter sind auf drei Monate befristet. Spezielle finanzielle Anreize gibt es nicht, ausbezahlt wird das letzte Gehalt. Sollten die Mitarbeiter jedoch in Schutzausrüstung ihren Dienst versehen, dann steht ihnen eine Zulage von 14,30 Euro pro Tag zu, die die KRAGES an alle ausbezahlt, die in Schutzkleidung arbeiten.

KRAGES: Dieser Weg ist nicht selbstverständlich

Initiiert wurden die „Rückholaktionen“ auf Stations- beziehungsgweise Abteilungsebene. Von der KRAGES heißt es dazu noch: „Rückholaktionen sind in Zusammenhang mit der Pandemie zu sehen: Wenn in einem Spital mehr Personal in der Intensivstation notwendig ist, es dadurch zu befristeten Wechseln innerhalb von Abteilungen kommt, wird man immer diesen Weg gehen.“ Aber es sei kein „Programm“, sondern eine kurzfristige, außerordentliche Maßnahme, ausgehend von den Stationen selbst. Man ist froh über die große Kollegialität im Burgenland und die vielen Freundschaften, die auch nach der Pensionierung zum Spitalspersonal besteht, ansonsten sei dieser Weg nicht selbstverständlich.

Ärzte hat man bislang nur einen aus der Pension zurückgeholt, so die KRAGES. Jedoch einige Verträge von Mitarbeitern, die kurz vor der Pensionierung standen, verlängert. Die Maßnahmen sollen nur so lange aufrecht bleiben, so lange man das Personal benötigt.