Oberwarter Bezkirkshauptmann Helmut Nemeth sage Adé

Erstellt am 10. Februar 2022 | 06:05
Lesezeit: 3 Min
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Nach neun Jahren als Bezirkshauptmann von Oberwart, wird Helmut Nemeth, offiziell im April seinen Ruhestand antreten.
Foto: Lexi
Helmut Nemeth wird im April seinen Ruhestand antreten. Warum der Bezirkshauptmann mitten in der Coronakrise das „Schiff verlässt“? Weil der Abschied altersbedingt Pflicht ist.
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Helmut Nemeth ist Jurist mit Leib und Seele. Der bald 64-Jährige wird im April offiziell seinen Ruhestand als Bezirkshauptmann antreten, verabschiedet sich aber bereits mit 10. Feber in den Urlaub, „der coronabedingt in den letzten zwei Jahren sträflichst vernachlässigt wurde“, schmunzelt er. Seinen Ruhestand tritt er mit einem lachenden, aber auch einem weinenden Auge an, denn 40 Jahre Beruf lässt man nicht leicht hinter sich, aber es „ist so, wie es ist“.

Die Arbeit auf der Bezirkshauptmannschaft Oberwart, wo Nemeth seit 1999 beschäftigt ist, betrachtet er im Rückspiegel als eine sehr arbeitsreiche Zeit. „Oberwart ist mit seinen 32 Gemeinden und 90 Ortsteilen ein großer Verwaltungsbezirk und auch ein wichtiger Wirtschaftsstandort“, spricht Nemeth auch von den zahlreichen Betriebsgebieten im Bezirk, für den die Behörde zahlreiche Genehmigungsverfahren abzuwickeln hat. „Rückblickend betrachtet möchte ich das aber gar nicht missen, denn die Herausforderungen waren immer groß“, erzählt der gebürtige Pinkafeld, der seine Karriere in verschiedenen Ministerien startete und 1994 in den Landesdienst ins Burgenland wechselte.

„Es war seit Beginn meiner beruflichen Laufbahn ein Wunsch von mir, dass ich für meinen Heimatbezirk arbeiten kann und Wesentliches dazu beitragen kann“, meint Nemeth. Die vergangenen zwei Jahre, seit Beginn der Pandemie, waren mit Abstand die herausfordernste Zeit in seiner beruflichen Laufbahn. „Die Pandemie hat die Situation im Job enorm verschärft, es ist ein irrsinniger Aufwand dahinter, diese Verfahren abzuwickeln“, plaudert Nemeth aus dem Nähkästchen.

Aktuell ist man mit den höchsten Corona-Zahlen seit Beginn der Pandemie beschäftigt. „Die Auswirkungen sind für die Bevölkerung zwar nicht in diesem Ausmaß spürbar, aber administrativ gesehen, ist das die mit Abstand herausfordernste Zeit in den letzten zwei Jahren“, so Nemeth, der auch durch Personalengpässe aufgrund einer Pensionierungswelle in den letzten Monaten teilweise drei Referate mitleiten musste.

Helmut Nemeth war seit 20. November 2013 nach Hermann Sagmeister als achter Bezirkshauptmann des Bezirks Oberwart tätig. Zunächst übte er diese Funktion als geschäftsführender Bezirkshauptmann aus, nach Durchführung des Ausschreibungsverfahrens als von der Landesregierung mit Wirksamkeit 1. Mai 2015 bestellter Bezirkshauptmann. Die Bestellung wurde zuletzt mit Wirksamkeit vom 1. Jänner 2020 auf weitere fünf Jahre verlängert.

Darauf angesprochen, warum er seinen Dienst jetzt doch verfrüht beendet, meint Nemeth: „Mit 65 Jahren muss man ohnehin aus dem Landesdienst ausscheiden und mit 64 Jahren stehe ich knapp davor. Der Abschied im heurigen Jahr war also klar, nur statt Herbst, wurde es jetzt eben das Frühjahr.“

Wer Helmut Nemeth als Bezirkshauptmann nachfolgt ist aktuell noch ungewiss. Eine Entscheidung soll in den nächsten Tagen getroffen werden, bis dahin läuft die Vertretung über die Bezirkshauptmannschaften in Güssing und Jennersdorf.

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