Christian De Lellis: Der „kein Schubladen-Typ“. Christian De Lellis macht Musik. Und Ton. Und Alles. Der Allrounder, das KIXX-Urgestein und der Handwerker – De Lellis ist vieles, aber nie nur eins.

Von Vanessa Bruckner. Erstellt am 02. September 2020 (06:19)
In einer Schulband begann der musische Werdegang von Christian De Lellis. Wer den Musiker live erleben möchte, hat am 6. September im Zuge der Denkmalenthüllung für NS-Opfer in Pinkafeld die Chance dazu.
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Als wir ihn telefonisch erreichen, verlegt er gerade Fliesen in Budapest. Passender kann ein Gespräch mit Christian De Lellis nicht beginnen, weil: dieser Typ ist wirklich immer für Überraschungen gut. Eigentlich ist er Pinkafelder, aber auch halber Italiener. „Dadurch schau ich auch fix 10 Jahre jünger aus, zumindest glaube ich das fest“, lacht der 47-jährige Südburgenländer am anderen Ende der Leitung.

„Die KIXX, die waren viele Jahre lang ein großer Teil meines Lebens, schließlich standen wir fast jedes Wochenende auf der Bühne.“

Christian De Lellis werkt als Musiker, Handwerker, Manager, Techniker, betreibt ein Label und kann gut mit Menschen. Selbst mit den „alles, außer gewöhnlich“-Menschen, wie beispielsweise dem Entertainer-Duo Dirk Stermann und Christoph Grissemann, für die er seit 2005 arbeitet. „Ich bin der allumfassende Tourneebegleiter der beiden, wenn man so will. Requisite oder Ton, für Stermann und Grissemann bin ich alles, was sie eben grad an Hilfe brauchen.“

Von der Schulband zum One-Shot-Video

Dabei ist De Lellis selbst definitiv auch in seinem eigenen, kreativen Schaffen als Entertainer zu verstehen. Er war über Jahrzehnte fixes Mitglied der heimischen Coverband KIXX, spielte die Bassgitarre und mimte stimmlich den Background. „Die KIXX, die waren viele Jahre ein großer Teil meines Lebens, schließlich standen wir fast jedes Wochenende auf der Bühne. Natürlich vermisst man das dann auch mal“, erinnert Christian sich, der bereits im Teenageralter seine Liebe zur Musik in der Schulband auslebte. Die Bassgitarre sieht er als sein Hauptinstrument, dazu gesellten sich bald die akustische Gitarre, ein bisserl Klavier und vor allem: die Stimme als wichtiges Instrument. Zwei Alben hat Christian De Lellis im Laufe der Jahre selbst aufgenommen.

Das Album „Dead or alive“ von Bon Jovi hat den damals 11-jährigen Christian De Lellis, so meint er selbst, geprägt. „Im Herzen bin ich Rockmusiker.“
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Dem Austropop, dem gehört dabei seit fast immer und nach wie vor sein Musikerherz. De Lellis trifft mit seinen Texten – und mit seinen Musikvideos. „Der Dreh zum Song ´Dieses Leben´ war super spannend. Es ist ein sogenanntes ‚One-Shot-Video‘, also ohne einen Schnitt darin. Mitgewirkt haben dabei Familie, Freunde, Bekannte und Nachbarn, das war eine großartige Sache.“

„Ein Lied ist etwas, das bleibt“

Sein zweites Album „La dolce vita“ ist 2019 erschienen, gearbeitet hat Christian De Lellis aber ganze sieben Jahre daran. „Gut Ding braucht eben Weile“, so der Pinkafelder, der erklärt: „Ich bin in dieser Zeit wöchentlich über 1.000 Kilometer in die Arbeit gependelt, damit ich bei meiner Tochter in Vorarlberg sein konnte. Da musste die Musik eine Weile eben hintenanstehen.“ Die vielen Rollen, die er in seinem Leben und als Künstler bereits spielte, die finden sich auch in den Videodrehs zu den Songs auf seinem zweiten Album. Vom Jesus im Garten Eden bis zum netten Christian von nebenan, eben. „Und die nächste Single ist bereits in Planung.“ Die Kraft für Musik, die sei immer da gewesen, auch wenn die Zeit manchmal knapp war. „Wenn ich etwas vermisse, dann schreib ich´s auf. Dann bin ich das Gefühl damit losgeworden und gleichzeitig steht da am Ende etwas. Ein Lied. Und das bleibt.“