Doch kein zweiter Kindergarten: Offener Brief an Bürgermeister

Erstellt am 27. Januar 2022 | 05:50
Lesezeit: 3 Min
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Gemeinderat Christoph Theiler (FPÖ), Gemeinderat Michael Friedrich (Grüne), Stadträtin Patrizia De Lellis-Mejatsch (ÖVP) und Gemeinderat Eduard Posch (NEOS) wandten sich in einem offenen Brief an den Bürgermeister. Unterschrieben wurde dieser auch vom zweiten Vizebürgermeister Andreas Stumpf (ÖVP) (Nicht am Foto).
Foto: zVg
Die Pläne für den zweiten Kindergarten wurden in Pinkafeld auf Eis gelegt. Alle Oppositionsparteien fordern, dass der Bau umgesetzt wird.
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Der Bau eines zweiten Kindergartens in der Gemeinde war so gut wie fix. Es gab bereits Pläne und die Bevölkerung wurde über einen Baustart im Jahr 2022 informiert. Bei der letzten Gemeinderatssitzung im vergangenen Jahr stellte sich dann heraus, dass der Kindergarten nicht im mittelfristigen Finanzplan berücksichtigt wurde.

Bürgermeister Kurt Maczek (SPÖ) und Vizebürgermeister Franz Rechberger (SPÖ) argumentierten, dass die Geburtenrate seit dem Jahr 2015 rückläufig wäre. Im derzeitigen Kindergarten stünden somit für die kommenden Jahre noch genug Kinderbetreuungsplätze zur Verfügung.

Im Gemeinderat entfachte, nachdem bekannt wurde, dass die Pläne also auf Eis gelegt wären, eine hitzige Diskussion.

Alle Oppositionsparteien, die im Gemeinderat vertreten sind, die FPÖ, die Grünen, die ÖVP und die NEOS wandten sich nun in einem offenen Brief an Bürgermeister Kurt Maczek.

Seit Jahren würden junge Familien mit kleinen Kindern in Pinkafeld hingehalten, wenn es um eine Verbesserung ihrer Situation in Bezug auf die Kinderbetreuung geht, heißt es in diesem.

Gemeinderat beschloss den Bau 2020 einstimmig

Weiters verweist die Opposition darauf, dass der Gemeinderat 2020 einstimmig beschlossen habe, einen Kindergarten mit mehreren Gruppen und eine Kinderkrippe zu errichten. Die Argumentation für das auf Eis legen der Pläne nämlich, dass die Geburtenzahlen rückgängig seien, sei nicht ausreichend, da keine Analyse der tatsächlichen demografischen Entwicklung speziell jene der Kinder im Kindergarten und Kinderkrippenalter mit entsprechender Prognose vorgelegt wurde.

„Wir fordern dich daher auf, um jungen Familien heute und auch in Zukunft eine optimale und qualitativ hochwertige Kinderbetreuung anbieten zu können - und das zählt wohl zu den Grundaufgaben der Gemeinde - den Beschluss aus dem Jahr 2020 umzusetzen und wie geplant einen zweiten Kindergarten mit angeschlossener Krippe zu errichten. Diese Investition in die Zukunft ist aus unserer Sicht zumutbar und leistbar“, fordert die Opposition abschließend in dem offenen Brief.

Bürgermeister Kurt Maczek hält an der sinkenden Geburtenrate fest. Ab Herbst würden weniger Kindergartenplätze benötiget, es sei nicht notwendig, jetzt einen Kindergarten zu bauen, der dann leer stünde. „Wenn der Bedarf da ist, kann jederzeit der zweite Kindergarten gebaut werden, da die Pläne bereits fertig sind“, so der Bürgermeister. Durch die bereits fertiggestellten Pläne könne die Umsetzung dann in kurzer Zeit durchgeführt werden so Maczek.

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