Gedenkort für NS-Opfer soll entstehen. Ein Gedenkort für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Pinkafeld soll entstehen. Nun liegen fünf verschiedene Projektentwürfe vor.

Von Eva-Maria Leeb. Erstellt am 27. September 2019 (03:47)
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Gemeinderat Gemeinderatssitzung Symbolbild
Künftig sitzen nur noch 36 statt 37 Mandatare im Gemeinderat, ein Sitz bleibt leer.
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Über einen Antrag der NEOS hat der Gemeinderat im Juni 2018 einstimmig beschlossen, einen Gedenkort für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Pinkafeld zu errichten. Eine unabhängige Arbeitsgruppe unter der Leitung des Museumsvereins hat sich inhaltlich damit beschäftigt und ein Konzept erarbeitet und dem Gemeinderat vorgelegt. Fünf Künstler haben für die Gestaltung Vorschläge gemacht: Andres Lehner, Bernhard Dorner, Gottfried Reszner, Klaus Koch und Marion Brandtetter-Pöll, Nun haben die fünf namhaften Künstlerinnen und Künstler ihre Ideen dem Gemeinderat präsentiert.

Gottfried Reszner hat drei verschiedene Varianten vorgestellt. Zwei bestehen aus teilweise abgebrochenen Steintafeln in unterschiedlichen Grautönen. Sie stehen für die Zerstörungen des Krieges und sind gleichzeitig auch Ausdruck für Festigkeit und Beständigkeit, die letztendlich einen Wiederaufbau ermöglicht haben. Variante drei verzichtet auf „Abbruchelemente“ und setzt verstärkt auf die Ästhetik, die sich durch die Grauabstufung der Steintafeln ergibt.

Bildhauer Klaus Koch hat verschiedene Entwürfe von Skulpturen gemacht, mit deren Aussagekraft er die Aufmerksamkeit der Menschen darauf lenken möchte, was das Menschsein ausmacht, wie man sein sollte, damit solche Greueltaten erst gar nicht passieren können.

Mahnmal von beiden Seiten gleich betrachten

Andreas Lehner arbeitet in seinem Entwurf mit den verschiedensten Arten von Glas. Dies soll die Zerbrechlichkeit symbolisieren. Da das Mahnmal mitten auf einem Platz steht, solle es, laut Lehner keine Vorder- und Rückseite haben und somit rundherum gleichwertig betrachtbar sein.

Marion Brandstetter-Pöll hat eine Steinskulptur, die eine in Stein eingeschlossene (kindliche) Figur darstellt. Der Künstlerein sei eine schlichte Darstellung wichtig, die Stille ausdrückt. Ein Aufgeben, sich abfinden mit einer aussichtslosen Situation und der Gewissheit eines herannahenden Todes.

Bernhard Dorner will ausgehend vom bestehenden Kriegerdenkmal, das massiv säulenartig und eher dunkel in die Höhe strebt, diesem einen horizontalen, hellen und dünneren „Balken“ entgegensetzen. Dies soll eine einfache Truhe oder ein Sarg aus Steinplatten auf Säulen sein. Welche der Entwürfe umgesetzt wird, soll in der Gemeinderatssitzung im Oktober entschieden werden.