Geschichte einer Konditorei: Ausstellung und Buchpräsentation

Erstellt am 30. April 2022 | 05:05
Lesezeit: 4 Min
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Foto: Vanessa Bruckner
Man nehme 240 Jahre Familienbetrieb, eine gehörige Prise Leidenschaft und die nächste Generation: Voilá! Fertig ist das Buch über Pinkafelds Traditionskonditorei.
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Okay, ganz so einfach aus dem Ärmel wie Zuckerstreusel über die Torte geschüttelt hat Veronika Träger das 176 Seiten umfassende Buch über die Geschichte ihrer Familie zwar nicht, aber das Erstlingswerk der Geschäftsführerin des Traditionsunternehmens „Träger“ zeigt weit mehr, als ihre Wurzeln im Familienbetrieb.

Aber immer schön der chronologischen Ordnung nach …

Vor zwei Jahren schon feierte die Konditorei Träger ihren 240. Geburtstag. Vor zwei Jahren aber stand man kurz vor einem Corona-Lockdown und die Feierlichkeiten mussten verschoben werden. Deshalb wird jetzt gefeiert - mit einem ganzen Buch sogar! 242 Jahre zuckersüße Familiengeschichte in Pinkafeld - das ist jene der Familie Träger.

Geschichte der Konditorei begann 1780

Wohlgemerkt bezogen auf die Köstlichkeiten, welche seither in der Backstube des Betriebes gezaubert und im Café serviert werden, denn seit dem Gründungsjahr 1780 mussten die Firmeninhaber der Familie auch viele Hürden und Schicksalsschläge bewältigen.

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Foto: Vanessa Bruckner

All die taffen Zeiten, aber natürlich auch die schönen Erfolge und Ereignisse der Trägers, hat die Ur-ur-ur-ur-Enkelin der Bäckereigründer, Veronika Träger, jetzt gemeinsam mit dem Obmann des Pinkafelder Museumsvereins, Rudolf Köberl, in Wort und Bild zu Papier gebracht. Die Pinkafelderin, die die Firma heute gemeinsam mit ihrem Bruder Wolfgang Träger und dessen Partnerin Sarah Wagner leitet, ist Kunsthistorikerin mit Blick für visuelle Gestaltung.

Und ebenso ansprechend ist das Buch „Trägers Backgeschichte“ umgesetzt. „Es beleuchtet die Geschichte unseres Betriebes, ebenso wie jene der Kleinstadt Pinkafeld, anhand von sechs Zeitabschnitten. Jedem Firmeninhaber haben wir ein Kapitel gewidmet. Dazu gibt es neben historischen Fakten auch Anekdoten und ausgewählte Backrezepte aus unserem Meisterbetrieb“, erzählt Veronika Träger, die rund ein Jahr an dem Buch gewerkt hat.

Recherchen für das Buch

Dass sie selbst, die lange in der Kulturkommunikation gearbeitet hat, nach vielen Jahren in der Großstadt wieder heim nach Pinkafeld kommen und gar den elterlichen Betrieb übernehmen würde, hätte sich Veronika vor wenigen Jahren selbst nicht träumen lassen. Und heute? „Heute habe ich erkannt, dass sich meine Interessen perfekt in unserem Familienbetrieb verwirklichen lassen. Und im Zuge der Recherchen für das Buch quer durch alte Briefe, Fotos, Arbeitszeugnisse und Rezepte, schlug natürlich auch mein Historikerinnenherz höher“, schmunzelt die Pinkafelderin.

Wie sich das Hause Träger von der kleinen Bäckerei in Pinkafeld in die heutige Konditorei entwickelte, woher welcher Träger im Laufe der Jahrhunderte das Wissen und die Ideen für seine Rezepte fand und wohin die neue Generation das Traditionshaus führen will – all das findet man auf 176 Seiten in gebundener Form. Mit dazu gibt es die wohl größten Schätze des Hauses Träger: Rezepte, wie jenes, für die fast schon weltrekord-verdächtig gute Herrentorte der Konditorei.

Erhältlich ist das Buch in der Konditorei Träger in Pinkafeld sowie in der Buchhandlung Desch-Drexler und auf der Burg Schlaining. Das Sahnehäubchen der Feierlichkeiten setzen die Trägers übrigens kommenden Samstag, am 30. April, auf die Torte zum 240. Jubiläum: Dann nämlich wird die Sonderausstellung „Trägers Backgeschichte - 240 Jahre Familienbetrieb in Pinkafeld“ um 18 Uhr im Stadtmuseum Pinkafeld eröffnet. Veranstaltungstipp: Sollte man sich unbedingt auf der Zunge zergehen lassen!

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