Kein Geld mehr für „BIP“. Das Projekt „BIP - Begegnung in Pinkafeld“ wird aus finanziellen Gründen mit Jahresende eingestellt. Der Verein „Pink-up-Help“ will weiterarbeiten.

Von Eva-Maria Leeb. Erstellt am 25. Oktober 2019 (03:19)
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Im Februar 2016 startete der Verein „Pink-up-Help“ in den Räumlichkeiten des Rathauses das Projekt „BIP – Begegnung in Pinkafeld“.

Hilfe beim Lernen und kultureller Austausch

„BIP“ hat die Möglichkeit zum gegenseitigen Kennenlernen, für gemeinsame Aktivitäten, zur Förderung der Sprache, des interkulturellen Austausches sowie des Dialoges und der Wertevermittlung, geboten. Hilfe beim Deutschlernen und Lernbetreuung waren Fixpunkte von „BIP“. Auch die „Woche der Vielfalt“ hat in den letzten Jahren viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen.

Die Initiative hat auch zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Nun wurde die Beendigung von „BIP“ bekannt gegeben. Da die Anforderungen hinsichtlich der Koordination und Administration, besonders in Bezug auf die Lernbetreuung, in den letzten beiden Jahren enorm gestiegen seien, wurde Elias Bierdel hauptamtlich vom Verein betraut. Finanziert wurde dies über die „Aktion 20.000“. Da diese Aktion mit Ende Juni des heurigen Jahres ausgelaufen ist, habe sich der Verein bemüht, eine Möglichkeit zur Weiterführung der hauptamtlichen Tätigkeit zu finden. Hier wäre die Einbindung von Bierdel in ein Projekt der KLAR-Region und die damit verbundene Teilfinanzierung eine gute Möglichkeit gewesen.

Die Mitarbeit von Bierdel wurde aber von SP-Vizebürgermeister Franz Rechberger, der die Gemeinde Pinkafeld im KLAR-Projekt vertritt, abgelehnt (die BVZ berichtete). Aufgrund dieser Vorgangsweise sei es dem Verein nun nicht mehr möglich, „BIP“ weiter zu finanzieren. Daher werde man die Tätigkeit im Rathaus mit 31. Dezember beenden, teilte der Verein in einem Brief an die Stadtgemeinde und die Gemeinderäte mit.

„Im Projekt BIP wurde sehr gut gearbeitet. Es ist schade, dass es eingestellt wird“, sagt SP-Bürgermeister Kurt Maczek

VP-Vizebürgermeister Andreas Stumpf meint: „Eine traurige Entwicklung eines tollen Projekts mit engagierten Mitarbeitern.“ Es sei bedenklich, dass durch unüberlegte Entscheidungen und falsche Entwicklungen in Pinkafeld solche Auswirkungen hervorgerufen werden. Er wolle mit den Verantwortlichen noch persönlich zukünftige Maßnahmen erörtern.

FPÖ hinterfragt die BIP-KLAR-Kooperation

Grün-Gemeinderätin Mirjam Kayer sagt zum Ende: „Schade, dass dieses Projekt, welches einen großen Mehrwert für Pinkafeld gebracht hat, nicht weitergeführt wird. BIP hat maßgeblich dazu beigetragen, dass die Integration in Pinkafeld auf einer funktionellen und fortschrittlichen Ebene abgelaufen ist. Man darf aber nicht außer Acht lassen, dass eine Kooperation zwischen BIP und KLAR dazu geführt hätte, die Fortführung von BIP zu sichern. Dieses einmalige Angebot wurde leider seitens der Stadtregierung abgelehnt.“

Gerade diese geplante Zusammenarbeit sieht FP-Gemeinderat Thomas Supper kritisch: „Wenn dieser Verein wegen der Notwendigkeit des regionalen Klimaschutzes seinen Aufgabenbereich dahingehend grundlegend erweitern will und gleichzeitig den Erhalt des Projektes BIP von der Einbindung eines BIP-Mitarbeiters in ein Projekt der KLAR-Region und von der damit verbundenen Teilfinanzierung abhängig macht, dann stelle ich mir die Frage, welche Präferenzen der Verein überhaupt weiterhin verfolgt. Für mich ist ohnehin ein Zusammenhang zwischen der KLAR Region und dem Projekt BIP nicht wirklich nachvollziehbar.“ Zudem gefalle ihm nicht, dass man hier einen politischen Entscheidungsträger für das Ende dieses Projektes verantwortlich mache, der der Mehrheitspartei angehöre, die sich für eine Förderung des Vereines ausgesprochen und auch stets befürwortet hätte, dass die Räumlichkeiten im Rathaus fast unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden. „Das muss wohl gesagt werden“, so Supper.