Kein Lift im Rathaus. Ein Sturz im Rathaus hat die Diskussion um die Barrierefreiheit im Haus wieder aufflammen lassen.

Von Eva-Maria Leeb. Erstellt am 27. März 2019 (04:07)
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Rathaus Pinkafeld
zVg

Im Zuge der Aufbauarbeiten zu einer Lesung mit Ausstellung stürzte Künstler Gottfried Reszner so unglücklich über die Stufen, dass er einige Tage auf der Intensivstation im Krankenhaus verbringen musste.

„Leider ist das nicht der erste Vorfall, der auf den dringenden Bedarf an infrastrukturellen Maßnahmen zur Barrierefreiheit im Rathaus aufmerksam macht“, erklärt VP-Vizebürgermeister Andreas Stumpf. Jahrelang habe die VP Pinkafeld Maßnahmen zur Barrierefreiheit im Rathaus gefordert, um allen Einwohnern Behördenwege und die Teilnahme an Gemeinderatssitzungen oder Veranstaltungen zu ermöglichen beziehungsweise zu erleichtern.

„Leider ist das nicht der erste Vorfall, der auf den dringenden Bedarf an infrastrukturellen Maßnahmen zur Barrierefreiheit im Rathaus aufmerksam macht“

„Seit dem 1. Jänner 2016 gilt das Gesetz über die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen für alle Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen in ganz Österreich. In Pinkafeld wird durch die Stadtführung leider immer nur auf andere Organisationen, etwa das Denkmalamt, verwiesen, um von der eigenen Untätigkeit abzulenken und unbedingt erforderliche Maßnahmen, wie eben den Lift, zu verschleppen. Nur auf Einwendung der VP wurden im Voranschlag 2019 Kosten für die Planung von Maßnahmen zur Barrierefreiheit berücksichtigt, sonst wäre wieder mal nichts passiert“, so Stumpf.

Barrierefreiheit muss geschaffen werden

FP-Gemeinderat Thomas Supper verweist auf einen Antrag seiner Partei: „„Im Oktober vergangenen Jahres wurde im Gemeinderat beschlossen, dass zur Schaffung eines barrierefreien Rathauses dem Gemeinderat im Laufe des Jahres 2019 ein beschlussfähiges Konzept zur umgehenden Umsetzung vorgelegt werden soll. Ziel soll dabei die rasche und effiziente Umsetzung der gesetzlichen Vorschriften sein.“

Auch Grün-Gemeinderätin Mirjam Kayer fordert Barrierefreiheit: „Es wurden schon einige Gespräche über die Installation eines Liftes im Rathaus geführt. Jedoch benötigt die Umsetzung bereits schon sehr lange. Alle öffentlichen Gebäude sollten barrierefrei sein, daher muss jetzt so schnell wie möglich gehandelt werden.“

„Es ist eine Schande, dass das Rathaus noch immer nicht barrierefrei und damit für alle Menschen zugänglich ist. Es gibt gesetzliche Verpflichtungen und Beschlüsse. Der Bürgermeister müsste sie nur endlich umsetzen. Unser Rathaus wird immer mehr zum Sanierungsfall, weil nichts gemacht wird“, ist NEOS-Gemeinderat Eduard Posch empört.

SP-Bürgermeister Kurt Maczek sagt: „Wir haben schon seit geraumer Zeit einen Lift an der Hinterseite des Hauses geplant. Das lässt der Denkmalschutz allerdings nicht zu. Einen Lift im Gebäude zu installieren wäre baulich sehr kompliziert und teuer. Die Überlegung ist nun, einen Treppenlift zu installieren.“