Kirisits erhält Forschungspreis. Der gebürtige Pinkafelder Christian Kirisits ist in der medizinischen Strahlenphysik tätig und wurde nun ausgezeichnet.

Von Eva-Maria Leeb. Erstellt am 27. Januar 2019 (05:48)
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Wurde für seine Arbeit in der medizinischen Strahlentherapie ausgezeichnet. Christian Kirisits aus Pinkafeld.
zVg/Marvin Schmidt

Christian Kirisits, stellvertretender Leiter der Abteilung für Medizinische Strahlenphysik an der MedUni Wien, wurde mit einer Medaille von der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) gemeinsam mit ihren Schwestergesellschaften aus Österreich (OEGRO) und der Schweiz (SASRO) ausgezeichnet. Der gebürtige Pinkafelder hat sich vor allem im Bereich der Brachytherapie einen Namen gemacht. Bei diesem modernen Spezialgebiet der Strahlentherapie werden mit Hilfe von Magnetresonanztomographie (MRT), Computertomographie und Ultraschallbildgebung Implantate präzise im zu behandelnden Tumorareal platziert, um darüber punktgenau ferngesteuerte Strahlenquellen einzubringen. Damit kann eine sehr hohe Dosis auf das Zielgebiet appliziert werden, während die umliegenden Organe gleichzeitig bestmöglich geschont werden. Von besonderer Bedeutung ist das Verfahren bei der Behandlung von gynäkologischen Tumoren, dem Prostatakarzinom sowie bei Brustkrebs.

Große Bedeutung bei Gebärmutterhalskrebs

„Brachytherapie wird seit Jahrzehnten durchgeführt. Während dies ursprünglich insbesondere für Prostatakrebs bei Männern umfangreich entwickelt wurde, fehlten Techniken für Gebärmutterhalskrebs, einer bedeutenden Krebserkrankung bei Frauen“, erklärt Kirisits. Unter der Leitung von Professor Pötter (ehemaliger Vorstand der Universitätsklinik für Strahlentherapie) hat sich an der MedUniWien/AKH Wien eine Gruppe gebildet, die die bildgeführte Strahlentherapie für Gebärmutterhalskrebs entwickelt und international etabliert hat. Als außerordentlicher Universitätsprofessor für medizinische Physik war Kirisits in leitender Funktion tätig. „Dabei hat mich vor allem angetrieben, dass es möglich war für diese Art von Tumor von akademischer Seite maßgeblich Fortschritte zu erzielen“, erklärt der Strahlenmediziner. Vor allem die Nebenwirkungen bei der Behandlung von Frauen hätten sich stark reduziert, durch den gezielten Einsatz würden vor allem Harnblase und Darm nicht mehr in Mitleidenschaft gezogen werden.

Christian Kirisits und sein Team koordinieren auch die weltweit größte Studie zum Thema „Brachytherapie“, zudem gibt er sein Wissen auf zahlreichen Vortragsreisen weiter. Aktuell ist er in Mumbai, um sich mit den indischen Kollegen auszutauschen. „Wir entwickeln diese Form der Strahlentherapie immer weiter, um für die Patienten die bestmögliche Behandlung zu erreichen“, sagt Kirists abschließend.

Zur Person

Christian Kirisits, geboren in Pinkafeld, besuchte das BRG Oberschützen und studierte in Wien Technische Physik und vorklinische Fächer der Humanmedizin. Er promovierte 2001 zum Doktor der technischen Wissenschaften und habilitierte sich 2005 für das Fachgebiet Medizinische Physik. Er ist stellvertretender Abteilungsleiter der Abteilung für Medizinische Strahlenphysik. Die Wochenenden verbringt er mit seiner Familie in Willersdorf.