Nach Unwetter ist Kanalausbau wieder Thema. Das starke Hagelunwetter und die damit verbundenen Überflutungen haben in Pinkafeld wieder zu einer Diskussion über das Kanalsystem geführt.

Von Eva-Maria Leeb. Erstellt am 07. August 2019 (04:25)
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Die Feuerwehr Pinkafeld hatte nach dem letzten Hagelunwetter wieder alle Hände voll zu tun.

Das letzte Hagelunwetter hat in Pinkafeld wieder zahlreiche Straßen und Häuser überflutet. Vor allem in den sozialen Medien gab es viel Kritik an der fortschreitenden Bodenversiegelung und dem unzureichend ausgebauten Kanalsystem.

Opposition fordert Infos und Maßnahmen

SP-Vizebürgermeister Franz Rechberger erklärt, dass solch heftige Unwetter nicht die Norm seien und hier Hagel, Blätter und Äste die Einlaufschächte verlegt hätten, wodurch das Oberflächenwasser nicht abfließen konnte. „Hangwasserschutzmaßnahmen im Bereich des Marktfeldes und der Wiesfleckerstraße befinden sich aber derzeit in der Genehmigungsphase und werden dann auch umgesetzt. Weitere Maßnahmen zur Beseitigung des Oberflächenwassers werden folgen“, sagt Rechberger.

Damit will sich die Oppostion aber nicht zufriedengeben. „Seit 2012 fordert die ÖVP mehrmals in den Gemeinderatssitzungen, die Wasser- und Kanalleitsysteme in Pinkafeld aufgrund der steigenden Bautätigkeiten und Bodenversiegelungen nachhaltig zu sanieren und auszubauen, um einerseits die massiven Wasserverluste im Netz zu verhindern und andererseits die kontrollierte Regen- und Schmutzwasserabführung jederzeit gewährleisten zu können. Der Gemeinderat wird mit beschwichtigenden Aussagen von einer Anfrage zur nächsten vertröstet und auch nicht über beabsichtigte Maßnahmen informiert“, sagt VP-Vizebürgermeister Andreas Stumpf.

FPÖ-Gemeinderat Thomas Supper erklärt: „Wir fordern einen flächendeckenden Kanalplan, mit den zu erwartenden zukünftigen Erschließungen. Aufbauend auf diesen müssen dann die Gemeindeverantwortlichen ein langfristiges Konzept entwickeln, welche Sanierungsmaßnahmen und mögliche Kanalerweiterungsmaßnahmen sinnvoll sind. Selbstverständlich in Abstimmung mit einem umsetzbaren Terminplan und dem Budget.“

Grün-Gemeinderätin Mirjam Kayer sieht hier drei Komponenten, die mitspielen: „Einerseits die starken Regenfälle, andererseits die starke Bodenversiegelung, die dazu führt, dass das Wasser nicht in das Erdreich absickern kann und drittens ist das Kanalsystem von Pinkafeld für solche Wassermassen nicht ausgelegt. Daher ist es wichtig, dass man das Kanalsystem verbessert, wir die unnötige Flächenversiegelung stoppen und endlich Klimapolitik machen, damit die Starkregenereignisse in naher Zukunft nicht noch viel stärker werden.“

NEOS-Gemeinderat Eduard Posch sieht das Problem differenziert. „Einerseits muss man sagen, dass kein Kanalsystem diesem ganz konkreten Starkregenereignis mit einem Hagelschauer, der sehr viele Abflüsse und Schächte vereist hat, gewachsen gewesen wäre. Andererseits muss die Stadtpolitik in ihrem Wirkungsbereich aber alle möglichen Maßnahmen ergreifen um dieses echte Problem, das von Jahr zu Jahr größer wird, zu beseitigen“, so Posch.