Neues Künstler-Werk als Ort des Gedenkens. Ein Werk des Künstlers Gottfried Reszner wird an die NS-Opfer erinnern, die Einweihung erfolgt am 6. September.

Von Dorothea Müllner-Frühwirth. Erstellt am 17. August 2020 (05:00)

Schon im Juni 2018 haben die Neos im Gemeinderat einen Antrag zur Errichtung einer Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus gestellt, der einstimmig angenommen wurde. Fünf verschiedene Künstler haben sich mit Ideen für die Gestaltung eingebracht (die BVZ berichtete), entschieden hat man sich für eine Arbeit von Gottfried Reszner. Die Leitung über dieses Projekt hat der Museumsverein Pinkafeld übernommen. „Wir haben uns im Rahmen von Veranstaltungen und einer Fahrt nach Auschwitz viel mit den Ereignissen der Geschichte beschäftigt. Uns ist wichtig, dass es auch in Pinkafeld einen Ort des Gedenken an die Opfer der Nationalsozialistischen-Gewaltherrschaft gibt. Vor allem weil immer weniger Zeitzeugen von der schrecklichen Zeit erzählen können“, erklärt Museums-Leiter Rudolf Köberl.

Von der Idee zur Realisierung

Das Denkmal wird auf gleicher Höhe wie das Kriegerdenkmal in Richtung der Katholischen Kirche platziert, die beiden Stätten werden auch durch einen neuen Weg verbunden. Eine Tafel am Denkmal wird an alle Opfergruppen erinnern, in weiterer Folge wird auch ein QR-Code angebracht, der den Besuchern noch mehr Informationen liefert. Der Künstler Gottfried Reszner hat sich zu der Entstehung der Skulptur viele Gedanken gemacht: „ Meine Gestaltungsvorschläge basierten auf einer gedanklichen Auseinandersetzung mit den Bedingungen, die letztendlich zu einem Totalitarismus mit zerstörerischen Auswirkungen für alle geführt haben.“ Entstanden ist ein beeindruckendes Werk aus teilweise abgebrochenen Steintafeln in unterschiedlichen Grauschattierungen, dazwischen befindet sich eine bunte Glasfläche.

Edi Posch freut sich sehr über die professionelle Umsetzung: „Alle Gemeinderatsparteien haben unserem Vorschlag zugestimmt. Der Pinkafelder Museumsverein hat das Projekt geleitet und in sehr beeindruckender Weise historisch fundiert aufgearbeitet.“ Bürgermeister Kurt Maczek hat die Entstehung des Projekts von Anfang an unterstützt: „Es ist eine tolle Sache. Ich glaube, dass es eine sehr wichtige Einrichtung für das Gedenken ist für alle Betroffenen und auch im Sinne des Gedenkjahres. Es ist ein Vorzeigeprojekt für ganz Österreich entstanden.“

Am 6. September um 15 Uhr wird am Hauptplatz 1 unter Ehrenschutz von Hans Peter Doskozil die Einweihung des Skulptur zelebriert, mit einer Uraufführung des Gedenkliedes „Mensch ist Mensch“ das Christian de Lellis komponiert hat.