FPÖ-Funktionär tritt nach Facebook-Kommentar zurück

Mittwochmittag gab der FPÖ-Gemeinderatsanwärter Bernd Babitsch aus Pinkfafeld seinen Rücktritt bekannt, nachdem er ein rassistisches Posting der FPÖ Vöcklamarkt auf Facebook mit einem Kommentar verteidigt hatte.

Carina Fenz
Carina Fenz Erstellt am 19. September 2018 | 13:22
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FPÖ-Funktionär tritt zurück der FPÖ-Gemeinderatsanwärter Bernd Babitsch aus Pinkfafeld seinen Rücktritt bekannt
FPÖ-Gemeinderatsanwärter Bernd Babitsch aus Pinkfafeld gab Rücktritt bekannt, nachdem er ein rassistisches Posting der FPÖ Vöcklamarkt auf Facebook mit einem Kommentar verteidigt hatte.
Foto: Screenshot Facebook/C. Fenz

Für Landesparteiobmann-Stellvertreter Geza Molnar sei die „Sache somit erledigt.“ Er weist darauf hin, dass Babitsch mit seinem Rücktritt die Konsequenzen seiner inakzeptablen Aussage gezogen hat.

„Schütze Deine Rasse, es ist das Blut Deiner Ahnen“ – das ist der Text, den eine FPÖ-Funktionärin aus Vöcklamarkt (Oberösterreich) vergangene Woche auf Facebook geteilt hat. Bei dem Posting war eine Frau mit blonden Zöpfen zu sehen, die in einem steht, in die Ferne schaut und einen Strauß Getreide im Arm hält. Das Motiv von der sogenannten „guten deutsch Frau“ erinnert an die völkische Bildsprache der Nationalsozialisten. Der Text zieht sich in Frakturschrift über die schulterfreie Bluse.

FPÖ-Stadtchef: „Solche dummen Aktionen schaden der Ortsgruppe“

Der Pinkafelder FPÖ-Funktionär schrieb auf der Facebook-Seite der Zeitung „Österreich“ zu dieser Geschichte folgenden Kommentar: „Und wo ist das Problem. Bei jeder seriösen Zucht von Tieren wird darauf geachtet, dass nichts vermischt wird.“ Hier werde aus einer Mücke ein Elefant produziert, schrieb der stellvertretende FPÖ-Parteichef von Pinkafeld in seinem Posting weiter.

Theiler hatte außerdem ein persönliches Gespräch mit Babitsch angekündigt und mit personellen Konsequenzen im Wiederholungsfall gedroht. „Mit solchen dummen Facebook-Aktionen werde dem Ansehen der Ortsgruppe Pinkafeld und der FPÖ insgesamt geschadet“, so Theiler. Mittwochmittag kam dann die Nachricht über den Parteiaustritt von Babitsch.

SJ-Vorsitzende Visnjic entsetzt: „Nazi-Gedankengut wird nicht geduldet“

„Das zeigt wiedermal, welches Gedankengut in FP-Kreisen verbreitet wird. Nationalsozialistische Gedanken dürfen nicht geduldet werden – Ich fordere die sofortige Distanzierung und Unterbindung solcher Postings“, so Vorsitzende der SJ Burgenland Lejla Visnjic, die die sofortige Distanzierung von Nazi-Gedankengut fordert.

Petrik: „Ungeheuerliche Entgleisung“

Für Regina Petrik, Landessprecherin der Grünen Burgenland, ist das eine ungeheuerliche Entgleisung, die die rechtsextreme und nationalistische Ideologie des FPÖ-Funktionärs offenbart.

„Menschen mit Zuchttieren zu vergleichen und Rassenreinheit zu propagieren, kramt tief in der nationalsozialistischen Kiste. Hier streift ein Parteifreund von Minister Hofer und Landeshauptmann Stellvertreter Tschürtz öffentlich an Wiederbetätigung an. Ich fordere Johann Tschürtz als Landesparteiobmann der FPÖ auf, klar Stellung zu beziehen und Babitschs Äußerungen öffentlich zurückzuweisen.“