Schaumrollenfabrik nimmt jetzt Formen an. Weiterhin keine Einigkeit herrscht im Gemeinderat zum geplanten Bau eines Fachmarktzentrums, die „Schaumrollenfabrik“ wird jedoch von allen begrüßt.

Von Dorothea Müllner-Frühwirth. Erstellt am 30. Juli 2020 (05:52)
Symbolbild
HASPhotos/shutterstock.com

In der Gemeinderatssitzung war das geplante Fachmarktzentrum wieder ein umstrittenes Diskussionsthema. Beim Neubau der „Schaumrollenfabrik“ vom Konditor Helmut Ulreich ist man sich aber fraktionsübergreifend einig. 

ÖVP, Grüne und Neos gegen Bau

Övp-Vizebürgermeister Andreas Stumpf: „Je weniger Frequenz in der Innenstadt, umso mehr leiden die Unternehmen.“
BVZ

Über 460 Menschen haben in der Causa „Fachmarktzentrum„ eine Petition der Grünen unterzeichnet, die sich gegen weitere Bodenversiegelung und das Fachmarktzentrum richtet. „Wir haben einen Umwidmungsstopp verlangt, der ist nicht angenommen worden“, erklärt dazu der Grüne Ersatz-Gemeinderat Michael Friedrich. „Wenn Betriebe sich ansiedeln, sollen ökologische Ausgleichsmaßnahmen getroffen werden.“ Er betont, dass die Neuschaffung von Arbeitsplätzen nicht gravierend sei, da zwei der Betriebe schon in Pinkafeld angesiedelt sind und nur umziehen, und der dritte Betrieb nur maximal drei Angestellte beschäftigen wird. Den Neubau der Produktionsstätte der Konditorei Ulreich als regionalen Betrieb mit vielen Arbeitsplätzen begrüßt Friedrich.

Das sieht auch 2. Vizebürgermeister Andreas Stumpf (ÖVP), ähnlich: „Die Firma Ulreich ist ein Traditionsunternehmen, dieses Projekt ist zu begrüßen, Arbeitsplätze werden erhalten und erweitert, es wird ein attraktives Objekt mit einer Schaufabrik, es ist ein Projekt der Zukunft.“ Dem Bau des Fachmarktzentrums steht man aber auch in der ÖVP skeptisch gegenüber: „Dazu gibt es eine lange Geschichte, schon über Jahre hinweg hat der Bürgermeister Gespräche geführt, ohne den Gemeinderat einzubinden. Wir sind nicht gegen Betriebsansiedelungen, aber wir wollen schauen, dass mehr davon in der Innenstadt untergebracht werden“, erklärt Stumpf.

Edi Posch von den NEOS: „Es ist nicht ersichtlich, ob die 4.000 m² Verkaufsfläche überschritten werden.“
BVZ

Auch Edi Posch (Neos) ist über die Errichtung des Fachmarktzentrums nicht erfreut, er sieht mehrere Probleme mit dem Bau einhergehen: „Die Geschäfte ziehen an den Stadtrand und daraus resultiert eine Ausdünnung der Innenstadt. Außerdem ist aus dem Entwurf für den Fachmarktzentrumsbau, der in drei Phasen abgewickelt werden soll, nicht ersichtlich, was in der Phase drei errichtet wird. Darüber hinaus ist bei einer Verkaufsfläche von über 4.000 Quadratmeter eine Raumverträglichkeitsprüfung erforderlich. Beim vorliegenden Entwurf sind unter der Bezeichnung Phase eins und zwei rund 2.500 Quadratmeter Verkaufsfläche und 82 Parkplätze ausgewiesen. Die Mindestanzahl an Parkplätzen für diese Verkaufsfläche wären aber nur rund 25.“

Stadtführung steht hinter Projekt

„Die Flächen wurden bereits umgewidmet, nun liegt das Projekt bei der Baubehörde“, führt SPÖ-Vizebürgermeister Franz Rechberger aus. „Wir wissen auch, dass die Belebung der Innenstadt wichtig ist.“

Bürgermeister Kurz Maczek: Jede Gemeinde hat ein örtliches Entwicklungskonzept, das wird über viele Jahre erstellt.“
BVZ

Für diese Aufgabe wird ein neuer Posten geschaffen. Auch Bürgermeister Kurz Maczek bezieht klare Position: „Es ist ein ausgewiesenes Bebauungsgebiet für Gewerbe, wir haben es schon lange umgewidmet, auch schon während ÖVP-Zeiten. Es wäre Amtsmissbrauch, wenn man ein gewidmetes Gebiet, in dem alle Vorbereitungen getroffen sind, Rückwidmen würde. Das würde auch den Bau der Firma Ulreich gefährden, dort stehen mehr als 100 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Es ist auch die einzige Möglichkeit, wo man in Zukunft Betriebe in Pinkafeld ansiedeln kann.“