Vorschlag im Gemeinderat: Frauennamen für Straßen. Grün-Gemeinderätin Mirjam Kayer wird bei der Gemeinderatssitzung am Freitag einen Antrag auf mehr weibliche Straßennamen in Pinkafeld einbringen.

Von Eva-Maria Leeb. Erstellt am 06. Dezember 2019 (03:49)
Will mehr Frauennnamen für die Straßen. Grün-Gemeinderätin Mirjam Kayer.
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Die Grüne Gemeinderätin Mirjam Kayer will ein neues Projekt in Angriff nehmen - Pinkafeld soll weiblicher werden, zumindest was die Bezeichnung der Straßen betrifft. „In Pinkafeld gibt es aktuell nur zwei Straßen mit Namen von Frauen, das ist zu wenig“, erklärt die engagierte Gemeinderätin. Sie will bei der nächsten Gemeinderatssitzung, die am Freitag, dem 6. Dezember (18.40 Uhr), diesbezüglich einen Antrag einbringen. „Ich werde beantragen, dass von nun an, Straßen, die neu bezeichnet werden, Frauennamen erhalten sollen, und zwar so lange, bis es gleich viele Straßen mit Frauen-, wie mit Männernamen gibt“, sagt Kayer. Dass dies eine zeitlang dauern wird, ist ihr klar, aber man müsse zumindest einmal damit beginnen.

Kernstock-Gasse sollte umbenannt werden

Ein weiteres Anliegen ist Kayer die eventuelle Umbenennung der Kernstockgasse. Der österreichischer Dichter, Priester und Augustiner-Chorherr Ottokar Kernstock wurde nämlich vor allem durch das „Hakenkreuzlied“ bekannt, welches er 1923 für die Fürstenfelder Ortsgruppe der Deutschen Nationalsozialistischen Arbeiterpartei verfasst hat. Nach dem „Anschluss“ 1938 wurde das Hakenkreuzlied von den Nationalsozialisten zur Propaganda verwendet. In Österreich wurden nach seinem Tod zahlreiche Straßen und Plätze nach Kernstock benannt. Nach 1945 geriet er zunehmend in Vergessenheit. Teilweise wurde die Benennung von Straßen und Plätzen – oft erst nach längeren Debatten – rückgängig gemacht. „Das sollten wir auch in Pinkafeld machen. Gerade jetzt, wo wir einen Gedenkort für die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Pinkafeld errichten wollen, wäre dies ein Zeichen“, sagt die Grün-Gemeinderätin.

Einen Vorschlag für einen Straßennamen hat sie auch schon: „Wir könnten ja eine Straße nach der ersten weiblichen Bundeskanzlerin benennen“, so Kayer.