„Watschn“ für Kurt Maczek, Mandat für Norbert Hofer

Erstellt am 06. Oktober 2022 | 09:59
Lesezeit: 4 Min
Die Absolute der SPÖ in Pinkafeld wurde gebrochen, die ÖVP rund um Spitzenkandidatin Carina Laschober-Luif konnte gleich vier Mandate hinzugewinnen.
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Seit 20 Jahren ist er im Amt und wird es auch weiterhin bleiben, Bürgermeister Kurt Maczek. Eindeutig, wie in den vergangenen Jahren war der Sieg aber bis zuletzt nicht, Maczek entging nur knapp der Stichwahl.

Kontrahentin Carina-Laschober Luif (ÖVP) konnte bei der Bürgermeisterwahl massiv an Stimmen dazugewinnen, insgesamt über 20 Prozent.

Auch im Gemeinderat konnte die ÖVP einen großen Zuwachs verzeichnen. Sie gewann gleich vier Mandate dazu, drei davon von der SPÖ und eines von den Grünen, die nicht mehr zur Wahl antraten.

Die NEOS und die FPÖ konnten ihre Mandate im Gemeinderat halten.

Bürgermeister Kurt Maczek meinte nach der Wahl: „Ich bin ganz knapp noch einmal Bürgermeister geworden, wir haben die Mehrheit im Gemeinderat verloren, das ist natürlich etwas schade, wir sind aber dennoch zufrieden.“ Für ein Foto holt er sich anschließend versöhnlich Vertreter aller Parteien mit aufs Bild.

Die ÖVP begann währenddessen schon im Gasthaus Portschy zu feiern, Carina Laschober-Luif zum Ergebnis: „Ich freue mich total über den Ausgang, natürlich ist es ums Bürgermeisteramt schade, aber wir konnten viel dazugewinnen. Ich glaube, mit unseren Themen konnten wir überzeugen.“

FPÖ als Zünglein an der Waage

Ebenfalls super Stimmung herrschte bei der FPÖ, Spitzenkandidat Christoph Theiler meinte: „Wir sind sehr froh über das Ergebnis, wir haben unsere Ziele erreicht, wir haben unsere Mandate im Gemeinderat gehalten und die Absolute der SPÖ wurde gebrochen.“

Durch die gebrochene Mehrheit entsteht eine politische Pattsituation zwischen der SPÖ und der ÖVP. Für Mehrheitsbeschlüsse werden die Stimmen der FPÖ daher zukünftig maßgeblich sein, falls sich die Großparteien nicht überrasched auf eine „große Koalition“ einigen sollten.

Vom letzten auf den ersten Listenplatz

Für die FPÖ wird künftig auch der dritte Nationalratspräsident Norbert Hofer im Gemeinderat sitzen. Dank Vorzugsstimmen schaffte dieser in seiner Heimatgemeinde den Sprung vom letzten auf den ersten Listenplatz. „Ich werde das Mandat trotz meiner bundespolitischen Verpflichtungen mit viel Engagement ausüben“, meinte Hofer nach der Wahl freudig in den sozialen Netzwerken.

NEOS bleiben im Gemeinderat

Im Bezirk Oberwart traten die NEOS nur in Pinkafeld zur Wahl an. Spitzenkandidat Edi Posch stellte sich sogar der Bürgermeisterwahl, bei der er jedoch von 144 Personen weniger gewählt wurde wie bei der letzten Wahl 2017 und somit nur 4 Prozent der Stimmen erhielt.

Ihr Gemeinderatsmandat, welches die NEOS seit den Bürgermeister- und Gemeinderatswahlen im Jahr 2017 in Pinkafeld haben behalten sie aber.

Eduard Posch (NEOS) zeigte sich trotz geringer Verluste über den Wahlausgang erfreut. „Wir haben erneut den Einzug in den Gemeinderat geschafft. Das zeigt, dass wir uns gut etablieren konnten. Wir wollen uns nun weiterhin konstruktiv im Gemeinderat einbringen“, meinte Posch nach der Wahl.

ÖVP hat Anspruch auf Vizebürgermeisteramt

Bis dato war Franz Rechberger Vizebürgermeister der Gemeinde, gestellt wurde dieser von der SPÖ. Daran wird sich nach der Wahl jetzt etwas ändern, aufgrund des Mandatezuwachses hat nämlich jetzt die ÖVP Anspruch auf das Amt. In einer Fraktionssitzung kann diese nun entscheiden, wer das Amt übernehmen wird, es sei aber zu 99 Prozent sicher, dass Bürgermeisterkandidatin Carina Laschober-Luif dieses Amt übernehmen werde, heißt es seitens der ÖVP.

„Wir freuen uns, dass wir zukünftig den Vizebürgermeister stellen und dadurch noch mehr Mitspracherecht haben und Pinkafeld und Hochart noch lebens- und liebenswerter machen können“, meinte Carina Laschober-Luif im Gespräch mit der BVZ.

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