Wohnen wie daheim: Ein Tag im Altenheim

Im Haus St. Vinzenz in Pinkafeld werden 125 Bewohner täglich von dem liebevollen Pflegepersonal gepflegt und auf beste Weise betreut.

Magdalena Gangl Erstellt am 27. Juli 2019 | 03:42
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Der Geschäftsführer Josef Berghofer und die Pflegedienstleiterin Margarete Plank präsentieren mit Stolz das Haus St. Vinzenz.
Foto: BVZ

Wenn das Treppensteigen zur Qual oder das selbstständige Baden gar unmöglich wird, stehen einem im gesamten Burgenland, rund 2.220 Betten in 44 Altenwohn- und Pflegeheimen zur Verfügung. Eines davon ist das Pflegeheim Haus St. Vinzenz in Pinkafeld, wo ausgezeichnete Betreuung und abwechslungsreiche Aktivitäten am Tagesprogramm stehen.

Um die 125 Bewohner wird sich rund um die Uhr in sieben verschiedenen Wohnbereichen gekümmert. Im Durchschnitt sind hier die pflegebedürftigen Menschen rund 83 Jahre alt, jedoch gibt es auch Ausnahmen. Der Älteste unter ihnen ist stolze 98 Jahre alt, die jüngste Bewohnerin gerade einmal 33. Manchmal scheint den Bewohnern das Leben unerträglich. Aus diesem Grund sind die Pflegekräfte immer da, um die Menschen in schwierigen Situationen zu unterstützen und ihnen den Aufenthalt zu erleichtern.

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Abwechslungsreiche Tage.Rosi Osterbauer und ihre Kollegen sorgen mit verschiedenen Tätigkeiten täglich dafür, dass es ihren Gästen in der Tagesbetreuung nie langweilig wird.
BVZ

„Es arbeiten wesentlich mehr Frauen im St. Vinzenz. Von 115 Pflegekräften arbeiten nur sechs männliche Personen hier“, erklärt Josef Berghofer, der schon seit 18 Jahren Geschäftsführer des Hauses ist. Sein Wunsch für die Zukunft seiner Bewohner: weitere junge, motivierte Altenpfleger und ausreichend finanzielle Mittel. „Es ist schön, für alte Menschen arbeiten zu dürfen. Im Durchschnitt bleiben sie circa zwei Jahre bei uns“, so Berghofer.

Diese Meinung teilen auch seine Mitarbeiter „Hier im St. Vinzenz kann ich zu den Bewohnern und auch zu meinen Kollegen eine hervorragende Beziehung aufbauen. Dadurch, dass die Menschen auf längere Zeit bleiben, ist es mir möglich, eine Bindung zu ihnen herzustellen“, erklärt Gabriele Hauser, Wohnbereichsleiterin vom Wohnbereich Martin, auf die Frage, was ihr am besten an ihrer Arbeit gefällt. Ihr Wunsch für die Zukunft wäre, dass man noch mehr auf die Bedürfnisse der älteren Menschen eingeht. Der Alltag des Pflegepersonals ist keinesfalls stressfrei. Man muss auf alles gefasst sein und immer freundlich, sowie aufmunternd sein. Eines steht fest: Dieser Beruf muss einem wirklich am Herzen liegen. Es gibt viele Gründe, die für die Arbeit im Altenheim sprechen.

„Es ist schön, für alte Menschen arbeiten zu dürfen. Im Durchschnitt bleiben sie zwei Jahre bei uns.“ Josef Berghofer

„Ich bin ein sehr geselliger Mensch und bin am liebsten unter Leuten. Als meine Kinder ausgezogen sind, habe ich mich für den Job als Altenpflegerin entschieden. Hier habe ich mich sofort aufgenommen gefühlt und habe auch immer genug zu tun“, schwärmt Maria Ömböli, diplomierte Pflegekraft im St. Vinzenz in Pinkafeld von ihrem Beruf. Auch ihrer Kollegin Anita Homonnai gefiel die Arbeit auf Anhieb: „Ich kam wegen eines Praktikums in das Altenheim und mir gefiel es hier so gut, dass ich selbst nach sieben Jahren noch gerne hier arbeite.“ Im St. Vinzenz wird so gut wie möglich versucht, einen abwechslungsreichen Alltag zu schaffen. Neben der gewöhnlichen Betreuung wird zwei Mal wöchentlich mit den Bewohnern Sport betrieben, gebastelt und gesungen.

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Das engagierte Personal sorgt täglich dafür, dass einem das Leben im Pflegeheim wie zu Hause erscheint.
BVZ

Ein besonderes Highlight sind die Geburtstagsfeiern, denn ein jeder wird gefeiert. Hier steht die Individualität des Menschen an höchster Stelle. Es wird auf jeden Wunsch der Bewohner eingegangen. Wem die Langzeitpflege nicht zusagt, der hat auch die Möglichkeit, auf alternative Wohnformen zurückzugreifen, wie beispielsweise Betreutes Wohnen oder die Tagesbetreuung. Nach dem Motto „Wohnen wie daheim“ bietet das Haus St. Vinzenz 30 Wohneinheiten, die vom Pflegeheim sehr leicht erreichbar sind. Hier gilt es, so selbstständig wie möglich und mit so viel Hilfe wie nötig zu leben. Die Bewohner bekommen somit ein Gefühl der Sicherheit, verlieren aber gleichzeitig nicht ihre Eigenständigkeit. Auch die Tagesbetreuung kann man im Haus St. Vinzenz in Anspruch nehmen. Dort können die Menschen von Montag bis Freitag von 9 Uhr bis 17.30 Uhr einen abwechslungsreichen Alltag erleben.

Langzeitpflege ist nicht gleich für jeden etwas

„Die Tagesbetreuung richtet sich nach der Biografie der Gäste aus, jeder hat andere Vorlieben und Interessen“, erklärt Rosi Osterbauer, Angestellte in der Tagesbetreuung. Dadurch, dass die Pflegekräfte sehr flexibel sind, wird hier jeden Tag etwas anderes gemacht. Vor allem wird auf die Wünsche der Personen eingegangen. Somit wird eine Abwechslung von ihrem sonst so gleichen Alltag geschaffen. Damit jeder dieses Angebot auch nutzen kann, werden die Leute auf Nachfrage vom Hausbus oder einem Taxi ins Haus St. Vinzenz gebracht. Ihnen werden ebenfalls zwei Hauptmahlzeiten und Jausen angeboten.

„Da die Leute früher gerne Volkslieder gesungen haben, wird das auch hier weitergeführt. Wir wollen allen Bewohner ein ‚Daheim-Gefühl‘ vermitteln“, erzählt Rosi. Egal, ob Tagesbetreuung, Betreutes Wohnen oder die Langzeitpflege – hier fühlt sich jeder wohl. Der Geschäftsführer des Hauses St. Vinzenz in Pinkafeld blickt positiv in die Zukunft: „Voraussichtlich wird unser Altersheim viele weitere Bewohner bekommen.“