Pinkafelder Psychologin ist ein Reisepsycho!. Im Brotjob ist sie klinische Psychologin und arbeitet mit Straftätern. In Herzensangelegenheiten ist Barbara Horvatits-Ebner selbst ein Psycho.

Von Vanessa Bruckner. Erstellt am 18. Mai 2020 (04:55)
Sie will Meer. Die 33-jährige Psychologin stammt aus Pinkafeld und geht normalerweise bis zu sieben Mal im Jahr auf Reisen.
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„Wenn ich weg bin, bin ich weg“. Und nein, Barbara Horvatits-Ebner redet nicht vom Sterben oder berichtet von kriminellen Aktionen ihrer Klienten. Die 33-jährige Pinkafelderin ist bekennender Reisepsycho, sprich: verrückt nach Abenteuern, neuen Kulturen und wird dabei von chronischem Fernweh geplagt. „Schon als Kind hab ich meine Eltern das ganze Jahr über gefragt, wann wir endlich wieder wegfahren. Das hat bei mir eben nie aufgehört Wenn ich heute das Meer rieche, dann denke ich an eine Kindheit voller Sandburgen und Entdeckungsreisen. „, bringt es die Wahlgrazerin auf den Punkt.

In 25 Ländern war sie bestimmt schon, gezählt hat sie aber noch nie wirklich, weil „in meine Lieblingsdestinationen wie Italien oder Griechenland reise ich immer wieder. Die europäische Kultur fasziniert mich seit jeher.“ Über ihre Erlebnisse schreibt Barbara Horvatits-Ebner auf ihrem Blog „reisepsycho.com“. An und für sich nichts Neues, gibt es doch Reiseblogger auch bereits wie Sand am Meer. Aber die klinische Psychologin bringt dabei auch immer wieder ihre beruflichen Sichtweisen ein.

„Reisepsychologie ist ein spannendes Thema. Was macht reisen mit uns, wie geht man damit um, wenn auf Reisen etwas traumatisches passiert? All diese Fragen beschäftigen mich und darüber schreibe ich auch auf meinen Blog“, berichtet Horvatits-Ebner, wobei sie eingesteht: „Die Artikel über Reiseziele gehen mir aber meist leichter von der Hand, deshalb finden sich nur einige, ausgewählte Einträge zum Thema Reisepsychologie auf reisepsycho.com.“

Corona? Dann erkunde ich eben Österreich!

„Wir werden nicht ins Unglück stürzen, wenn wir nicht in Mexiko am Strand liegen können. Jetzt heißt es eben ‚gut, dann schau ich mir halt Österreich an.“

Aktuell mega-interessant: Das Thema Corona und der damit verbundene Stillstand der Reisefreiheit. Dazu hat Barbara auch viele andere Blogger weltweit interviewt. Prädikat „lesenswert“. Die Prognosen und damit verbundene Analyse der Psychologin auf den Punkt gebracht: „Ich glaube, dass wir noch lange in Österreich Urlaub machen werden. Fernreisen werden meiner Meinung nach frühestens Mitte 2021 wieder möglich sein. Aber der Mensch ist unglaublich anpassungsfähig. Wir werden nicht ins Unglück stürzen, wenn wir nicht in Mexiko am Strand liegen können. Jetzt heißt es eben ‚gut, dann schau ich mir halt Österreich an, ich hab eh so vieles noch nicht gesehen‘.“

Für Barbara Horvatits-Ebner und ihren Mann Harry ist die Corona-Krise reisetechnisch auch kein Kruzifix, denn „Wir leben im schönsten Land der Welt und wenn ich auf dem Dachstein stehe dann geht mir das Herz auf. Vielleicht sind wir jetzt ein bisserl dazu gezwungen, unsere Heimat zu endeckten, aber wir werden das gerne machen und den Blick dabei mehr nach innen richten.“

Rein psychologisch betrachtet: Punktlandung. Dann also, auf ein baldiges „Servus, liebes Österreich! Schön, dich endlich einmal richtig kennenzulernen.“