Oberwart: Aufstand der Pflegekräfte

Die Mitarbeiter des Krankenhauses folgten dem Aufruf der Initiative „Offene Gesundheit“ und trafen sich zum Streik.

Erstellt am 18. November 2021 | 04:56
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Aus dem Krankenhaus Oberwart folgten rund 200 Mitarbeiter der Gesundheitsberufe der österreichweiten Protestaktion. Es kam durch die Aktion zu keinem Stillstand des laufenden Dienstbetriebes.
Foto: ÖGB

Es ist 5 nach 12: Die österreichischen Pflegekräfte sind am Ende ihrer psychischen und physischen Ressourcen, auch oder noch mehr durch die seit fast zwei Jahre andauernde Gesundheitskrise. Daher hat die Initiative ‚Offensive Gesundheit‘ am 10. November zu einem österreichweiten Protest aufgerufen, dem sich auch die burgenländischen Krankenhäuser – darunter auch das Krankenhaus Oberwart – angeschlossen haben.

Der Vorsitzende der GÖD Gesundheitsgewerkschaft Burgenland, Manuel Sulyok, weist eindringlich auf die aktuelle Lage hin: „Jedes Zuwarten zur Umsetzung einer Entlastung für das Gesundheitspersonal ist nicht nur äußerst besorgniserregend, sondern auch absolut fahrlässig.“ Auch Vertreter der ‚Offensive Gesundheit‘ verschaffen sich Gehör: „Viele können nicht mehr, daher kommt es derzeit auch zu einer Austrittswelle aus den sozialen Berufen. Wir brauchen eine sofortige Entlastung.“ Der massive Personalmangel in dieser Berufssparte wurde durch die Pandemie zusätzlich verschärft: „Es braucht nicht noch mehr schöne Worte der Bundespolitik, sondern endlich adäquate Entlohnung, mehr Freizeit und das dringend benötigte zusätzliche Personal.“

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Die konkrete Forderung: Den Worten endlich Taten folgen zu lassen. Prognosen zufolge werden bis 2030 um die 80.000 Mitarbeiter in Sozialberufen fehlen.

Im Krankenhaus Oberwart ist die Stimmung nicht anders. Betriebsrat Dietmar Ochsenhofer gibt Einblicke in den derzeitigen Betrieb und erzählt: „Durch die Krise ist die Lage sehr angespannt, die Mitarbeiter sind erschöpft und wünschen sich bessere Planbarkeit und mehr Dienstplansicherheit, um die Überlastung zu stoppen.“