Verena Eberhardt möchte einen "Zahn zulegen". Nach dem Weltcup im weißrussischen Minsk hofft die Sportlerin in Glasgow auf ein gutes Punkt-Ergebnis auf der Bahn.

Von Daniel Fenz. Erstellt am 06. November 2019 (01:00)
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Bitterer Beigeschmack. Weil Verena Eberhardt im Punkterennen von einer Konkurrentin behindert wurde, reichte es im Omnium nur zu Rang 14, wobei wenig auf die Top-Ten fehlten.
Drew Kaplan

Es waren erneut sehr intensive Tage für Verena Eberhardt aus St. Martin/Wart. Am Montag ging es für sie aus Minsk/Weißrussland zurück nach Wien, ehe schon am morgigen Donnerstag die nächste Reise Richtung Glasgow auf dem Programm steht. Dort geht es für Eberhardt erneut um sehr wichtige Punkte für die Olympia-Qualifikation in Tokio 2020.

„Auch in Glasgow wird es richtig hart. Es sind dann dort genau die zwei starken Nationen noch am Start, die in Minsk noch fehlten“, so Eberhardt in Anspielung auf die Konkurrentinnen aus Japan und Australien. „Im Jahr vor Olympia kann man aber einfach nicht vom Gas runtergehen, da geht es einfach brutal schnell zur Sache. Ich peile in England wieder die Top-Ten an und denke, die Form passt super. Bis dahin habe ich sicher auch keine Nachwirkungen mehr von der Verkühlung, die ich in Minsk hatte.“

Eberhardt wurde bei der Aufholjagd behindert

Zurück zum „Tissot UCI Track Cycling World Cup“ in Minsk: Die Südburgenländerin qualifizierte sich im Punkterennen für das Finale. Dort fuhr sie dann auf Platz acht. „Sicher ein gutes Weltcup-Ergebnis für die Tatsache, dass ich noch einen Tag davor ziemlich kränklich war“, erzählte Eberhardt. Dennoch gab es einen bitteren Beigeschmack, da sie bei der Hälfte des Rennens schon auf Stockerlkurs lag. In einer Attacke mit vier anderen Fahrerinnen war sie kurz vor dem Rundengewinn. „Doch dann machte ich einen Schwenkfehler, fiel zurück und wurde zudem noch von einer Mexikanerin behindert.“

Eine Beinahe-Kollision mit Folgen, denn Eberhardt verlor einiges an Zeit. „Ich sprintete nochmals mit Vollgas, blieb aber am Ende ohne Rundengewinn.“ Am letzten Tag stand als Abschluss noch das für Olympia so wichtige Omnium am Programm. Dort holte sie schlussendlich Platz 14, wobei nur fünf Punkte auf die Top-Ten fehlten. „Es geht in der Gesamtwertung oft extrem knapp her. Vom Ergebnis her bin ich nicht ganz zufrieden. Ich denke aber, dass ich vor allem im Punkterennen bewiesen habe, dass ich mit der Weltspitze mitfahren kann.“

Auch wenn wie erwähnt die japanischen und australischen Fahrerinnen noch fehlten, war es unterm Strich ein Treffen der Extraklasse: „Da kann man schon von einem WM-Starterfeld sprechen. Einfacher werden die nächsten Weltcups so aber wohl nicht und ich muss unbedingt versuchen, noch einen weiteren Zahn zuzulegen.“