Suche nach NS-Opfern soll im April weitergehen

In Rechnitz im Südburgenland soll ab April wieder nach den Gräbern der 180 ungarisch-jüdischen Zwangsarbeiter gesucht werden, die im März 1945 von Nationalsozialisten ermordet wurden.

APA / BVZ.at Erstellt am 21. März 2021 | 06:00
Gedenkstätte beim Kreuzstadl Rechnitz.
Gedenkstätte beim Kreuzstadl Rechnitz.
Foto: BVZ

Die neuerlichen Grabungen sollen rund um den Monatsbeginn starten, sagte Walter Reiss vom Verein RE.F.U.G.I.U.S zur APA. Derzeit würden die Proben von Grabungen im vergangenen September analysiert. Bei diesen wurden Patronen und das Skelett eines gefallenen deutschen Soldaten gefunden.

"Sie werden genauer untersucht. Es ist aber nicht zu viel zu erwarten", betonte Reiss. Bei dem Skelett, das in einem ehemaligen Panzergraben gefunden wurde, dürfte es sich um einen Soldaten aus dem Zweiten Weltkrieg handeln, der in einer Stellung gefallen ist. Auf welcher Fläche die neuen Grabungen ab April erfolgen, sei derzeit noch nicht bekannt. Außerdem müsse man die Witterung im Auge behalten, weil diese Einfluss auf den Boden habe, sagte Reiss.

In Rechnitz wird seit 1969 mit verschiedensten Methoden nach den 180 ermordeten jüdischen Zwangsarbeitern gesucht - bisher wurden ihre Gräber nicht gefunden. Durchgeführt wird die Suche von der Abteilung Archäologie des Bundesdenkmalamtes und der Arbeitsgemeinschaft Geschichte und Archäologie. Das Land Burgenland ist Finanzierungspartner. Die Verdachtsfläche ist rund 89 Hektar groß, was ungefähr 120 Fußballfeldern entspricht.