Biogasanlagen im Südburgenland in Gefahr

In dieser Woche entscheidet sich im Parlament die Zukunft der insgesamt 18 Bioenergieanlagen des Landes. Im Südburgenland sind zehn Betriebe in Gefahr.

Michael Pekovics
Michael Pekovics Erstellt am 26. April 2017 | 05:25
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„Wer Ökostrom abdreht, dreht Atomstrom auf.“ Mit diesem Slogan appellierten die Biogasanlagenbetreiber der Region an die Politik in Wien, die geförderten Einspeistarife zu verlängern. Geschieht das nicht, droht zahlreichen Anlagen das Aus.
Foto: BVZ, Pekovics

288 Biogas- oder Bioenergieanlagen gibt es in ganz Österreich, 18 davon im Burgenland, zehn im Südburgenland. Die burgenländischen Anlagen versorgen 17.000 Haushalte mit grünem Strom und zahlreiche Abnehmer mit regionaler Ökowärme. Dadurch werden allein im Burgenland drei Millionen Liter Heizöl und 43.000 Tonnen Kohlendioxid eingespart.

Die Zukunft der Anlagen ist jetzt aber in Gefahr, der derzeitige Gesetzesvorschlag für die Ökostromnovelle, die in dieser Woche in Wien beschlossen werden könnte, würde das Aus für 80 Prozent aller Biogasanlagen in Österreich bedeuten, weil der geförderte Einspeistarif auslaufen würde. Damit wären die Anlagen nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben. Vor zwei Wochen wurde deshalb die Plattform „Pro Ökostrom und Biowärme“ gegründet, rund 100 Bürgermeister stehen hinter der Initiative.

„Auf der Stromrechnung macht sich Biogas-Ökostrom mit 1,80 Euro pro Monat bemerkbar – das sollte uns ein gutes Gewissen wert sein“, sagt Johannes Hauptmann, Sprecher der Biogasanlagenbetreiber, und fordert eine Verlängerung des geförderten Einspeistarifs auf bis zu 20 Jahre: „Gerade im Burgenland wäre das Zusperren der Biogasanlagen eine Katastrophe, vor allem, was die regionale Wertschöpfung betrifft: 400 Jobs sind in Gefahr.“