Experte Franz Habetler: Bernsteins Edelserpentin

Franz Habetler ist einer der letzten Experten, die vom Edelserpentin leben. Wo man den weltweit einzigartigen Edelstein findet und wie man ihn erkennt - eine steinige Exkursion.

Erstellt am 26. Februar 2018 | 06:09
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Experte. Franz Habetler erkennt den Edelserpentin unter den Tonnen von tauben Gestein sofort.
Foto: BVZ

Für Touristen ist die Sache mit dem „Edelserpentin in Bernstein“ oft ein bisserl verwirrend. Warum Stein nicht gleich Stein ist und wie man den schönsten Edelserpentin im Geröll findet, weiß kaum jemand so gut wie Franz Habetler.

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Unscheinbar. Als roher Stein ist der Edelsperpentin für einen Laien kaum zu erkennen.
Foto: BVZ

Klare Sache also, ins Auto zu hüpfen und sich gemeinsam mit dem Experten für den weltweit einzigartigen Edelserpentin auf die Suche nach eben diesem zu machen.

Zwei Steinbrüche hat die Ortschaft. Heute wird nur mehr einer davon bewirtschaftet. Den Edelserpentin mit seiner unvergleichbaren grünen Farbe, findet man also nur in der 2.000 Seelengemeinde Bernstein – und nirgendwo sonst auf der Welt. Warum das so ist, darauf hat die Wissenschaft zwar bis heute keine eindeutige Erklärung, allerdings hat sich dieser mystisch behaftete Umstand als die beste Marketingstrategie entpuppt.

Steinbruch gehört dem Grafen Almásy

Franz Habetler ist seit 1987 im Geschäft mit dem Edelstein. Jährlich verarbeitet der Fachmann rund zehn Kubikmeter Edelserpentin zu Schmuckstücken, Uhren, Schalen, Pokalen und vielem mehr. Früher ein Familienbetrieb, ist Habetler heute eine „one-man-Show“. Das Geschäft um den Edelserpentin ist ruhig geworden, was nicht heißt, dass keiner mehr da wäre. Mit Meisel und Kübel ausgerüstet, geht es los: rauf auf den „Berg“ und rein ins Gestein.

„Für einen Laien ist der Edelserpentin kaum vom tauben Gestein zu erkennen. Es braucht ein geschultes Auge und natürlich auch Glück, um ihn zu finden, und wenn man auf eine wunderschöne Serpentinader stößt, dann ist das immer noch eine große Sache“, erzählt der 55-jährige Experte.

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Aber dann. Erst nach der Bearbeitung und Politur zeigt der Edelserpentin seine einzigartige Farbe.
Foto: BVZ

Alle zwei Wochen fährt Habetler selbst in den Steinbruch zum „Schauen“. „Wo Wasseradern im Gestein sind, da ist oft auch der Edelserpentin nicht weit“, weiß er.

Heute wird der Stein kaum mehr von Hand aus dem Steinbruch rausgeschlagen und wo früher viele Leute ausschließlich zum Abbau von Edelserpentin arbeiteten, holt man vorwiegend nur noch Gestein für den Straßenbau ab. „Wenn die Arbeiter dabei auf Edelserpentin stoßen, werde ich informiert. Dann fahr ich nachschauen und wenn das Material passt, muss ich das dem Grafen Almásy melden, denn der Grafschaft gehört der Steinbruch ja. Danach wird der Preis ausgehandelt und ich kann zu arbeiten beginnen.“

Gewünschte Gravuren in den fertigen Stücken von Franz Habetler bringt übrigens seine Gattin höchstpersönlich an. Und da Renate Habetler auch Bernsteins Bürgermeisterin ist, ist das schon auch eine einzigartige Sache. Wie eigentlich alles rund um den Edelserpentin.