„Superman“ im Kindergarten

Erstellt am 15. Mai 2022 | 04:11
Lesezeit: 3 Min
Zoltán Zsótér ist Kindergartenhelfer in Rotenturm. Eine Reportage über den Mann für die ganz großen, wichtigen Fälle unter den Allerkleinsten.
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„Anfangs fragten die Kinder schon nach, was denn dieser neue Papa hier im Kindergarten macht“, erinnert sich die Leiterin des Rotenturmer Kindergartens, Andrea Ruzsa schmunzelnd.

Fünf Jahre später ist der „Zoli“ für die Kiddies nicht nur so „normal“, wie die Puppenecke im Gruppenraum, sondern auch mindestens genauso beliebt. Und das nicht nur obwohl, sondern genau weil der 49-jährige Kindergartenhelfer in seinem Beruf immer noch ein Exot im Burgenland ist.

Weltmeister im Windeln wechseln

„Die Kinder lieben ihn und unserem Zoli entgeht wirklich nichts. Im Windeln wechseln ist er Weltmeister, ebenso wie in allen anderen Bereichen, die zu seinem Aufgabenfeld gehören“, streut ihm seine Kollegin Andrea Rosen.

Und der Zoli? Der lächelt, freut sich, und fängt an zu erzählen: „Ich bin Vater von zwei Kindern. Bei meiner Tochter bin ich damals zweieinhalb Jahre in Väterkarenz daheim gewesen und habe mich eben um alles gekümmert. Später habe ich schließlich die Ausbildung zum Kindergartenhelfer absolviert.“

Es war Rotenturms Bürgermeister, der Zoli dann an die Kindergartenleitung im Ort empfahl, als man auf der Suche nach personeller Verstärkung war. „Du Andrea, kannst dir einen Mann auch als Kindergartenhelfer vorstellen?“, hat er mich gefragt. Und heute, fünf Jahre später, können wir uns unseren Kindergarten wiederum nicht mehr ohne unseren Zoli vorstellen“, sagt Andrea Ruzsa.

Zoltán Zsótér, den alle schlicht Zoli nennen, kam übrigens in den 1990er Jahren aus Kroatien nach Österreich und lebt heute mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in Siget in der Wart. Als Kindergartenhelfer kümmert sich der 49-Jährige eben um alles, was es so zu tun gibt - und das ist in einem Kindergarten wahrlich nicht wenig an Arbeit.

„Wickeln, mit den Kindern spielen, die Jause und das Mittagessen herrichten, Zuhören, noch viel mehr spielen und natürlich muss auch mal die ein oder andere Träne getrocknet werden“, so Zoli.

20 Kinder hat er in seiner Gruppe. Ob es auch einem „Superman“ manchmal zu bunt wird? „Klar ist es oft stressig, aber Kinder sind einfach von Grund auf ehrlich. Das ist mit das Schönste an dem Beruf.“

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