Markt Sankt Martin

Erstellt am 19. Mai 2018, 03:36

von Vanessa Bruckner

Die Datenchecker bringen Smartphone das Lesen bei. Vier Pioniere bringen mit Anyline dem Smartphone das Lesen bei. Jakob Hofer ist Gründungsmitglied, Wifzack und Südburgenländer.

Innovativ. Jakob Hofer gründete gemeinsam mit Freunden das Unternehmen Anyline.  |  zVg

Es kann einem schon schwindlig werden, wenn man sich den rasanten Fortschritt im Bereich der Technologie anschaut. War vor 20 Jahren ein Handy noch etwas außeridisch-modernes, besitzen heute bereits über vier Milliarden Menschen ein Smartphone. Und obwohl auch das „schlaue Telefon“ schon seinen zehnten Geburtstag feierte, konnte es bislang eines nicht: Lesen.

Dass auch das jetzt möglich ist, verdankt der Fortschritt dem vierköpfigen Gründerteam von Anyline, einer Software, ausgestattet mit modernster Technologie, die lesen, interpretieren und visuelle Informationen verarbeiten kann. Der 29-jährige Jakob Hofer stammt aus Sankt Martin, ist Gründungsmitglied und Marketing-Chef.

Vom bekannten Research Institute Gartner gab es für Anyline als eines von nur fünf Unternehmen weltweit die Auszeichnung „Cool Vendor“.  |  zVg

Einem technischen Nackerpatzerl würde Jakob die Software so erklären: „Anyline ermöglicht Text- und Zeichenerkennung via Handy - was etwa beim Einlesen von Reisepässen oder Nummerntafeln hilfreich ist. Wir bringen dem Smartphone quasi das Lesen bei. Wiens größter Stromanbieter muss den Zählerstand beispielsweise nicht mehr von Hand eintippen, sondern scannt ihn mit Anyline“, so Hofer.

2014 gründeten er und seine drei Firmenkollegen das Unternehmen. Ausschlaggebend dafür war ein simples Blutzuckermessgerät. „Ein Diabetiker muss bis zu sieben Mal täglich seinen Blutzucker messen und alle Daten penibel aufschreiben. Da haben wir uns gedacht, das muss doch auch einfacher gehen.“ Heute scannt selbst die österreichische Polizei Nummertafeln und Ausweise mit der erfolgreichen Software.

Heute bereits über 120 Kunden weltweit

Aus dem ehemaligen Start-Up ist heute ein international tätiges Unternehmen geworden, mit knapp 30 Mitarbeitern und über 120 Kunden weltweit.

„Nur ein burgenländisches Unternehmen fehlt noch in unserer Referenzliste“, hofft der Quotenburgenländer, wie sich der Sankt Martiner neben seinen drei Kollegen aus Tirol selbst bezeichnet. Jede Wette, dass auch bald burgenländische Daten am Radar, pardon, am Smartphone aufscheinen.