Protest gegen Altenheim. Eine Bürgerinitiative sieht den Bau auf dem Areal des alten Sportplatzes kritisch, sie schlägt einen alternativen Standort im Norden von Schandorf vor.

Von Dorothea Müllner-Frühwirth. Erstellt am 27. November 2019 (04:28)
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Bürgermeister Werner Gabriel, Landeshauptmann Hans Peter Doskozil und Landesrat Christian Illedits bei der Präsentation des Projektes im Sommer diesen Jahres in Schandorf.
DMF

Das neue Pflegeheim, dessen Bau schon im kommenden Jahr starten soll, ist jetzt zum Zankapfel in der Gemeinde geworden.

60 Betten mit Betreuung in drei Sprachen

Das 8,5-Millionen-Euro-Projekt, das von der OSG errichtet und vom Arbeitersamariterbund betrieben werden soll, wird laut Plan am Areal des alten Sportplatzes errichtet. Und genau dieser festgelegte Standort ist der eigens deshalb gegründeten Bürgerinitiative ein „Dorn im Auge“. In der Vorwoche ging deshalb ein Informationsschreiben an alle Haushalte, in der die Initiative ihre Bedenken schriftlich erläutert hat. Es wird darin angeführt, dass es zahlreiche Einwendungen von Schandorfern zu diesem Standort gibt, dass dieses Gebiet als Hochwasserrisikozone gilt und der Kanalstrang unterhalb des natürlichen Gefälles liegt. Als Alternative schlägt die Bürgerinitiative ein Grundstück vor, das gegenüber dem Sportplatz liegt und bereits als Bauland gewidmet ist.

Gemeindeversammlung sollte aufklären

In dem Schreiben forderte die Initiative die Bevölkerung auf, zu der Gemeindeversammlung zu gehen, die Bürgermeister Werner Gabriel für den vergangenen Samstag anberaumt hat. „Es geht um viel! Reden wir miteinander!“ heißt es in der Aussendung.

„Alle Fragen sind beantwortet worden, es sind fast 98 Prozent der Bevölkerung für den geplanten Standort“, ist Bürgermeister Werner Gabriel nach der Bürgerversammlung sicher, dass auch der Großteil der Bevölkerung hinter dem geplanten Projekt steht. „Die Fragen sind nicht alle beantwortet, es gibt keine schriftlichen Unterlagen und Berechnungen, es sind somit keine genauen Angaben vorhanden. Die Mehrheit ist dafür, weil sie auch nicht direkt betroffen ist. Die, die um den Sportplatz wohnen, sind sehr wohl betroffen. Es ist dies auch die letzte öffentliche Grünfläche im Ort. Diese soll umgewidmet werden, obwohl es gewidmete Baugründe bereits gibt. Unsere Anfragen wurden nicht ernst genommen. Der Gemeinderat hat sich mit unseren Erinnerungen nicht beschäftigt. Nach der Versammlung sind auch viele Menschen mit neuen Fragen und Ideen auf uns zugekommen. Es zeugt von schlechtem Demokratieverständnis zu glauben, dass die Mehrheit darüber entscheiden kann, dass einer Minderheit Schaden zugefügt wird. Wir warten jetzt die Entscheidungen vom Land ab“, erklären einige Vertreter der Bürgerinitiative, die auch noch eine alternative Möglichkeit und weitere Informationen aufarbeiten und weitergeben werden.