Anrainer reagierte richtig: „Zivilcourage nie Fehler“. Am Sonntag feuerte ein Jugendlicher Schüsse mit einer Schreckschusspistole ab.

Von Carina Fenz. Erstellt am 12. November 2020 (05:12)
Weingartner-Foto

Es war am Sonntag gegen 18.30 Uhr, knapp eine Woche nach dem schrecklichen Terroranschlag in Wien, als ein Jugendlicher im Bereich der Oberwarter Schulgasse Schüsse abfeuerte.

Ein Anrainer hat innerhalb weniger Minuten die Polizei verständigt, die den Mann ebenso rasch in seiner Wohnung vorfand. „Das war Zivilcourage. Durch das schnelle Einschreiten der Polizei konnten wir die Waffe sofort sicherstellen und hatten Ermittlungsansätze“, lobt Bezirkspolizeikommandant Oskar Gallop das schnelle Handeln des Anrainers.

Festgenommen wurde der junge Mann nach seiner Tat jedoch nicht.

Schreckschusspistole sei kaum zu unterscheiden

„Der Mann hat nämlich mit einer Schreckschusspistole in die Luft geschossen und niemanden gefährdet oder verletzt. Es ist auch kein Sachschaden entstanden. Das Abfeuern einer Schreckschusspistole ohne Gefährdung ist nicht zwingend ein Delikt“, heißt es seitens der Landespolizeidirektion Burgenland auf Nachfrage der BVZ. Optisch sind die Schreckschusspistolen kaum von echten Schusswaffen zu unterscheiden, was auch die Polizei vor große Herausforderungen stellen kann. In Österreich sind solche jedoch ab 18 Jahren erhältlich und dürfen auch mit sich geführt werden.

Waffenverbot ausgesprochen

„Gegen den jungen Mann wurde natürlich sofort ein Waffenverbot ausgestellt, welches der Behörde umgehend übermittelt wurde. In weiterer Folge muss die Staatsanwaltschaft entscheiden, ob nach dem Abfeuern der Schüsse aus einer Schreckschusspistole ein strafrechtliches Delikt vorliegt oder nicht“, ergänzt Gallop. Ein Motiv, so Gallop, hat der Täter bei der ersten Einvernahme durch die Polizei nicht angegeben.

In Sachen Zivilcourage möchte der Bezirkspolizeikommandant aber noch etwas loswerden: „Es geht um das Hinhören, Hinsehen und Handeln. Zivilcourage kann nie ein Fehler sein. Das Schlimmste, das rauskommt, wäre, dass beim Einschreiten der Polizei kein Delikt vorliegt“, so Gallop, der sich beim Zeugen, der die Polizei verständigte, für die Hinweise bedanken möchte.