Ende für Lehre für Asylsuchende: Wie geht es weiter?. Die Diskussion über die Abschaffung der Lehre für asylsuchende Jugendliche beschäftigt auch das SOS-Kinderdorf Pinkafeld.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 06. September 2018 (05:38)
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Jugendliche Flüchtlinge wollen eine Lehre machen, dürfen aber nicht. Ein Dilemma für Marek Zeliska.
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„Die Ankündigung der Regierung, die Lehre für asylsuchende Jugendliche in Mangelberufen abzuschaffen, stellt eine klare Verletzung der Kinderrechte dar“, sagt Elisabeth Hauser, von SOS Kinderdorf Österreich. „Denn laut Kinderrechtskonvention hat jedes Kind und jeder Jugendliche das Recht auf bestmögliche Bildung, Entwicklung und Entfaltung – völlig unabhängig von Herkunft und Asylstatus.“

Ein Asylverfahren dauert mitunter Jahre. Junge Menschen währenddessen zum Nichtstun zu zwingen ist keine Lösung und für uns als Kinderhilfsorganisation nicht hinzunehmen“, Elisabeth Hauser

Auch der burgenländischen Wirtschaft wird mit dieser Regelung nicht geholfen. „Es gibt ja Bedarf an Fachkräften. Unter jenen 33 Jugendlichen mit Fluchthintergrund, welche durch das SOS Kinderdorf Burgenland betreut werden, befinden sich derzeit 13 in einem aufrechten Lehrverhältnis. Im Kontakt mit den Unternehmen ist immer wieder zu hören, dass die Suche nach passenden Lehrlingen oft aus Mangel an Bewerbern nicht positiv abgeschlossen werden kann. Und dies nicht nur in Mangelberufen“, erklärt Marek Zeliska, Leiter des SOS Kinderdorf Burgenland.

In Pinkafeld absolvieren derzeit drei Jugendliche mit negativem Asylbescheid eine Lehre. „Nun hätten wir auch vier Jugendliche, die die Pflichtschule abgeschlossen haben und gern eine Lehre machen würden. Wir hätten auch Firmen, die die jungen Leute aufnehmen würden, sich aber in der derzeitigen Situation nicht trauen“, so Zeliska und macht darauf aufmerksam, „dass jene Jugendlichen, welche bei uns sowohl in Betreuung wie auch in einem aufrechten Lehrverhältnis stehen, maximal 150 Euro pro Monat verdienen. Ihr restliches Gehalt und dies kann bis zu 1.000 Euro sein, zahlen sie monatlich an den österreichischen Staat und somit an uns Steuerzahler zurück.“