Sozialpädagogin mit "Leib und Seele". Die 48-jährige Zolo aus der Mongolei arbeitet als Sozialpädagogin im SOS-Kinderdorf Pinkafeld.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 19. März 2020 (03:39)
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Aus der Mongolei nach Pinkafeld. Zolo ist mit einem Österreicher verheiratet und hat zweijährige Zwillige. Auf ihre Arbeit im Kinderdorf ist sie sehr stolz.
Kinderdorf

Als ich noch ein junges Mädchen war, sagte eine alte Frau in der Mongolei zu mir: Zolo, Du wirst mal später in einem fremden Land leben. Außerdem hast Du heilende Hände.“ Die Vorhersage hat sich bewahrheitet, seit 2009 lebt Zolo in Österreich und arbeitet als Sozialpädagogin im SOS-Kinderdorf Pinkafeld.

Einfach eine tolle und sinnvolle Arbeit

„Mit diesen jungen Menschen zu arbeiten, ist mir ein Herzensanliegen. Im Team betreuen wir Kinder und Jugendliche in familienähnlichen Wohngruppen, manchmal übernehme ich auch Nachtdienste. Natürlich hat man da auch mal einen dicken Kopf, wenn Kinder krank sind oder Wutanfälle haben. Aber das gehört dazu. Den Erfolg und das Ergebnis siehst du halt nicht sofort, aber nach ein paar Jahren, wenn Entwicklung und Fortschritte sichtbar werden. Das ist einfach toll und eine sinnvolle Arbeit“, sagt Zolo, die im erwachsenen Alter Deutsch und Russisch studiert, im sozialen Bereich, sowie Tourismus gearbeitet und schließlich ihre große Liebe kennengelernt hat. Ihr Mann, langjähriger Fahrschullehrer beim Bundesheer und leidenschaftlicher Papa. „Wir haben zwei bezaubernde Zwerge daheim. Unsere Zwillingsmädchen Anna Anujin und Sophie Khulan. Sie sind zwei Jahre alt“, erzählt Zolo.

Woher die 48-jährige Mongolin ihre Energie nimmt? „Ich bin ohne Strom, ohne Handy, ohne Fernsehen und barfuß als Nomadenkind auf dem Land aufgewachsen. Im Westen der Mongolei und in der Wüste Gobi und mit ganz vielen Tieren. Meine Eltern sind in die Wüste gezogen, als ich neun Jahre alt war. Wir haben Yaks, Ziegen, Schafe, Kühe und Schweine gehabt. So bin ich groß geworden. In der schönen Natur. Ich hatte eine glückliche, unbeschwerte Kindheit, die mir bis heute sehr viel Lebensenergie, Kraft und Mut, auch in schwierigen Stunden bringt. Leider ist in unserer urbanen Gesellschaft ganz viel Naturverbundenheit verloren gegangen. Das ist schade.“

Übrigens, der Internationale Frauentag wird in der Mongolei hochgehalten. Die Männer machen den Haushalt und kochen was Schönes. „Das finde ich witzig und ganz schön. Hier im Burgenland erlebe ich es anders. Mein Mann ist eine große Stütze im Haushalt und in der Familie. Eigentlich hab ich hier 365 Frauentage“, lacht Zolo, die im Moment nur Teilzeit arbeitet. „Die Arbeit im Kinderdorf bedeutet mir sehr viel. Wenn du sagst, ich arbeite im SOS Kinderdorf, habe ich das Gefühl, dass das bei den Menschen gut ankommt und ich bin auch sehr stolz drauf“, sagt Zolo abschließend.