Auf Spurensuche in der ehemaligen Synagoge

Erstellt am 06. April 2022 | 22:06
Lesezeit: 3 Min
Die Synagoge in Stadtschlaining gilt als die am besten erhaltene des Landes. 600.000 Euro wurden in die Restaurierung investiert.
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Einst galt die heutige Friedensstadt als eine der größten jüdischen Gemeinden des Burgenlandes. Historisch gesehen galt das Jahr 1670, in dem Kaiser Leopold I. die Ausweisung aller Juden aus den österreichischen Erbländern befahl, als Beginn der jüdischen Gemeinde.

Die Vertriebenen fanden unter anderem Zuflucht bei der Adelsfamilie Batthyány. Bei der Vertreibung der letzten jüdischen Familien aus Stadtschlaining durch die Nationalsozialisten 1938 war die einst florierende jüdische Gemeinde nur mehr ein Schatten ihrer selbst. Mit der Restaurierung der ehemaligen Synagoge habe das Land Akte einer verantwortungsbewussten Erinnerungskultur gesetzt, betonte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil bei der Eröffnung der restaurierten Synagoge, wo man gleichzeitig auch die Ausstellung „Spurensuche. Fragmente jüdischen Lebens im Burgenland.“ eröffnete. Doskozil betonte, dass man das Friedenszentrum international breiter vernetzen müsse. Damit könne man einen Beitrag zu mehr Frieden in Europa leisten.

Im Zentrum der von Christof Cremer kuratierten Ausstellung stehen vor allem die Menschen. Es sind übernommene Erzählungen, Gegenstände, Kleidungsstücke, Traditionen, Familie und Familiengeschichte, die einen Einblick in das Leben der damaligen Zeit gewähren. Neben der Ausstellung beherbergt die Synagoge heute auch einen Ort des Gedenkens und der Erinnerung an die vertriebene und vernichtete jüdische Bevölkerung.

Cremer sprach von einer Wiederherstellung des räumlich-synagogalen Sinnzusammenhangs, um eine Rückführung in die Geschichte der Synagoge und der jüdischen BewohnerInnen.

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