Kein Platz im Kindergarten. Drei Mütter mussten aus der Gemeindezeitung erfahren, dass ihre Kinder ab Herbst keinen Platz mehr im Kindergarten Stadtschlaining haben werden.

Von Eva-Maria Leeb. Erstellt am 15. Mai 2019 (03:18)
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Symbolbild

Seit rund zwei Jahren besuchen drei Kinder aus Oberwart und Bad Tatzmannsdorf den Kindergarten in Stadtschlaining. Nun verlieren sie mit Ende des Kindergartenjahres ihren Platz. Der Grund: Die Gemeinde braucht die Plätze für Kinder aus der eigenen Ortschaft.

Mütter wurden nicht darüber informiert

Dies ist an und für sich ein normales Vorgehen, in diesem Fall wirft aber die Art und Weise einige Fragen auf. „Leider wurden wir von der Gemeinde nicht darüber informiert sondern haben es aus der Gemeindezeitung erfahren“, erklären die Mütter. Die Entscheidung, die Kinder in Stadtschlaining in den Kindergarten zu geben, hatte zwei Gründe.

„Unsere Mütter wohnen in Goberling und Drumling und kümmern sich nach dem Kindergarten um die Kleinen. Die zweite Überlegung war, die Kinder in einen kleinen Kindergarten zu geben, um noch mehr auf ihre Bedürfnisse eingehen zu können“, sagen die Mütter. Ihren Hauptwohnsitz dafür nach Stadtschlaining zu verlegen, war nie geplant und wurde damals, so die Mütter, auch nicht verlangt.

"Warum hat es niemand für notwendig erachtet, uns davon in Kenntnis zu setzen?“

In einem Mail an Bürgermeister Markus Szelinger stellt eine der Mütter nun einige Fragen: „Ist es der übliche Weg, Eltern über die Gemeindezeitung zu informieren, dass ihr Kind aus dem Kindergarten ‚geschmissen‘ wird? Angeblich gab es diesbezüglich bereits seit Jänner Gespräche. Warum hat es niemand für notwendig erachtet, uns davon in Kenntnis zu setzen?“

Erst durch eigene Initiative und Nachfragen 26. April hätten die Eltern erfahren, „dass alle Entscheidungen bereits getroffen sind und man da jetzt nichts mehr dagegen tun kann.“ Weiters fragt die Mutter, ob Eltern sich ständig erkundigen müssten, ob der zugesagte Kindergartenplatz auch tatsächlich bestehen bleibt?

„Es geht hier nur um Zahlen und Statistiken“

Besonders betroffen macht die Mutter ein Telefonat mit dem Bürgermeister: „Er sagte zu mir: ‚Es zählt hier nicht, wie es dem Kind geht, ob es integriert ist, Freunde hat. Es geht hier um Zahlen, Statistiken.‘ Diese Aussage hat mich schockiert.“ In ihrem Mail an den Ortschef führt sie weiter aus: „Was wir uns erwarten oder erwartet hätten? Ein offenes, ehrliches Gespräch vor Monaten! Was wir uns jetzt erwartet hätten? Zumindest ein paar Worte der Entschuldigung für diese Vorgehensweise! Wo bleibt da die Menschlichkeit? Als Mutter bin ich sprachlos, entsetzt und enttäuscht von allen hier handelnden Personen.“

Kindergarteninspektorin Gerda Konrath sagt dazu: „Der Versorgungsauftrag liegt bei der Gemeinde. Hier kann nur der Bürgermeister Auskunft geben.“ Bürgermeister Szelinger war bis Redaktionsschluss für eine Stellungnahme nicht erreichbar.