Frau Ella baut wie im Mittelalter: Bauprojekt mit großer Message

Erstellt am 26. Mai 2022 | 05:35
Lesezeit: 3 Min
Mit welcher Einfachheit man bauen kann, das wusste man schon vor Jahrhunderten. Ella Ferguson aus Stuben weiß das auch - im Jahr 2022. Ein Häuschen, das alles hat und nichts nimmt.
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„Keep it simple“, erklärt Ella Ferguson ihr neuestes Projekt und bringt damit in ihrer Muttersprache auf den Punkt, wovor wir gerade eben stehen: Ein kleines Häuschen, erbaut ausschließlich aus natürlichen Materialien, die vor Baubeginn quasi vor der jetzigen Haustür lagen.

Aber immer der Reihe beziehungsweise dem Bauplan nach erzählt: Ella Ferguson ist Engländerin und ist seit Jahrzehnten darauf bedacht, nachhaltig zu leben.

Mittlerweile in Pension, hat die zugezogene Stubenerin jetzt ein Herzensprojekt realisiert: ein kleines Sommerhaus, komplett erbaut aus natürlichen Materialien. Der Hauptbestandteil der neuen vier Wände in Ellas Garten: Lehm.

Aushub-Erde landete auf dem Dach

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Nachhaltig. Der Innenputz besteht aus Lehm, der Außenputz aus Kalk und Stroh, zur Isolierung wurde Elefantengras verwendet. Erbaut hat das Mini-Projekt Michael Stumpner.
Foto: Vanessa Bruckner

„Genau genommen handelt es sich um einen Lehm-Holzbau“, erklärt Ferguson und erzählt weiter: „Der Innenputz besteht aus Lehm, der Außenputz aus Lehm und Kalk, zur Isolierung wurde Elefantengras verwendet, von dem ein Bauer aus der Region zu viel übrig hatte. Auf das Dach des circa sechs mal sechs Quadratmeter großen Sommerhauses haben wir lediglich die Aushub-Erde gegeben, die bei der Fundamentgestaltung anfiel. Auch der Lehm für die Putze für den Boden im Inneren ist das Produkt eines Aushubes einer Baufirma aus der Region.“

Auf dem Dach des Sommerhauses von Ella Ferguson grünt es mittlerweile so grün, wie im Hobbit-Dorf des Blockbuster-Filmes Herr der Ringe und auch im Inneren nimmt die neue Residenz langsam Gestalt an.

„Bin in die Einfachheit der Bauweise verliebt“

Vor knapp einem Jahr, im Sommer 2021, begannen die Bauarbeiten des ökologisch super-nachhaltigen Sommerhauses am Grundstück von Ella Ferguson gleich neben der Ortseinfahrt in Stuben.

Quasi im Alleingang errichtet hat das Lehmhaus Michael Stumpner vom Seminarhof „Lebenswerkstatt“ in der Gemeinde Rauchwart.

„Michael hat wirklich alles von Hand gefertigt“, betont Ferguson, die in den 1970ern in einem alten Streckhof gelebt hat, der - welche Überraschung - in derselben Bauweise errichtet war, wie jetzt ihr Sommerhaus. „Ich habe mich damals schon in die Einfachheit, mit der man Häuser bauen kann, verliebt und das Wohnklima in einem Lehmhaus ist für mich bis heute einfach unschlagbar.“

Ein sogenanntes Trocken-WC und eine kleine Mini-Dusche sollen die nachhaltige Inneneinrichtung jetzt noch abschließen, bis dann erste Gäste von Ella darin nächtigen können. „Gerne können sich auch Leute melden, die an dieser natürlichen Bauweise interessiert sind“, so die Stubenerin, die mit ihrem Sommerhaus auch zeigen möchte, wie nachhaltig leben funktionieren kann: Nachhaltig wohnen nämlich.

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