Betrug: Tricks mit Flüchtlings-Quartier. Als Unterkunftgeberin für Flüchtlinge bezog eine hoch verschuldete Frau zu Unrecht Geld vom Land.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 11. Mai 2018 (03:56)
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Symbolbild
Erwin Wodicka (Erwin Wodicka)

Wegen schweren gewerbsmäßigen Betrugs musste sich vorige Woche eine 51-jährige Frau vor Gericht verantworten. Die Mutter dreier Kinder hatte sich im Rahmen einer beruflichen Selbstständigkeit mit 600.000 Euro verschuldet, befindet sich mit ihrem Vermögen im Privatkonkurs und lebt in der Steiermark.

Sie betrieb im Südburgenland in einem Haus eine Unterkunft für Asylwerber. Dieses Haus befindet sich jetzt in der Konkursmasse. Von Jänner bis April 2017 rechnete die Unterkunftgeberin beim Land für Personen Leistungen ab, die gar nicht mehr in ihrem Haus gemeldet waren. Sie ließ sich für einige Asylwerber auch Bekleidungspauschalen ausbezahlen, ohne diese Beträge an die rechtmäßigen Empfänger weiterzuleiten.

Für nicht mehr anwesende Asylwerber hatte die Frau insgesamt 3.428 Euro bezogen, zusätzlich kassierte sie Bekleidungspauschalen in der Höhe von mehr als 800 Euro, ohne diese weiterzugeben.

„Hätte Geld nicht behalten dürfen!“

„Ich weiß, dass ich das Geld nicht hätte behalten dürfen“, bekannte sich die ehemalige Quartiergeberin schuldig. Weinend erklärte sie: „Ich war naiv genug anzunehmen, dass eine Weisung vom Land kommt, was ich mit dem Geld tun soll.“

Von den zu Unrecht bezogenen Beträgen habe sie noch nichts zurückbezahlt. Richterin Karin Lückl hielt der Frau vor, sie habe Leistungen für einen Flüchtling abgerechnet, der von der Polizei aus der Unterkunft weggewiesen worden war. Ein anderer Mann hatte sich seit Anfang Jänner nachweislich nicht mehr in Österreich aufgehalten, trotzdem habe sie seine Anwesenheit täglich in ihren Listen eingetragen. „Da ist mir ein Fehler unterlaufen“, rechtfertigte sich die Angeklagte.

Sie wurde zu zwölf Monaten auf Bewährung verurteilt und gab dazu keine Erklärung ab – nicht rechtskräftig.