Sturm und Käfer setzen Wald zu: Große Schäden in Region

Orkanartiger Sturm verursachte 2017 Schäden von 1,5 Millionen Euro auf 456 Hektar. Plus: Burgenlandweit 140.000 Festmeter Schadholz durch Borkenkäfer.

Carina Fenz
Carina Fenz Erstellt am 25. April 2018 | 05:20
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Lokalaugenschein. Erich Geider, Obmann Urbarialgemeinde Hagensdorf, Richard Partl, Agrarlandesrätin Verena Dunst und Forstdirektor Hubert Iby beim Aussetzen neuer Bäume nach den Sturmschäden.
Foto: BVZ, Carina Fenz

Der orkanartige Sturm, der am 10. August 2017 über das Land gezogen ist, hat in den burgenländischen Wäldern Schäden in der Höhe von 1,5 Millionen Euro angerichtet – diese Bilanz wurde in der Vorwoche von Agrarlandesrätin Verena Dunst präsentiert.

Schwerpunktmäßig betroffen waren vor allem die Bezirke Güssing und Oberwart, in denen der Sturm auf 456 Hektar Windbrüche und Windwürfe verursachte. Vor allem Kiefern und Fichten waren betroffen, aber auch Laufbäume. Das Schadholz wurde im Herbst und Winter aufgearbeitet, „sonst wäre es wertlos geworden oder vom Bokenkäfer befallen worden“, erklärt Richard Partl, Obmann der Urbarialgemeinde Hagensdorf, bei einer Pressekonferenz mit Dunst und Forstdirektor Hubert Iby in Hagensdorf.

Von der Europäischen Union und Land gibt es für die betroffenen Eigentümer jetzt Förderungen, diese auszubezahlen ist aber laut Dunst gar nicht einmal so leicht. „Viele Waldbesitzer wissen gar nicht, dass sie Besitztümer haben, weil sie im Ausland leben. Das ist vor allem für die Förster nicht einfach“, so Dunst. Insgesamt stehen 1,4 Millionen Euro Förderung für diverse Aufforstungsaktionen zur Verfügung, wobei darauf Bedacht genommen wird, dass seltene Baumarten ausgesetzt werden.

Borkenkäfer: Problem wird immer größer

Probleme macht den Wäldern auch der Borkenkäfer. Der Befall ist zwar gegenüber 2017 leicht rückläufig, Entwarnung kann aber keine gegeben werden. Insgesamt „produzierte“ der Borkenkäfer im Vorjahr 140.000 Festmeter Schadholz, im Vergleich zu 2016 entspricht das zumindest im Burgenland einer geringen Abnahme von drei Prozent. Im Rest von Österreich hingegen wurde mit 3,5 Millionen Festmeter Schadholz der höchste Wert überhaupt erreicht – um ein Drittel mehr als 2016. „Auffällig war, dass Schadursachen, die sonst nur begrenzt von Bedeutung sind, in Kombination mit starker Trockenheit die Bäume stark schwächen und zum Absterben bringen“, erklärt Peter Mayer, Leiter des Bundesforschungszentrums für Wald (BFW).

Jetzt im April fliegen die Käfer wieder aus, um neue Bäume zu befallen. Betroffene Waldbesitzer werden aufgefordert, möglichen Borkenkäferbefall umgehend den Behörden zu melden.