Was für eine Hitzewelle!. Das Südburgenland und seine Bauern kommen ins Schwitzen! Aber wie schützen Mensch und Tier sich am besten?

Von Leny Gyaky und Rosa-Stefanie Nutz. Erstellt am 08. August 2018 (13:21)
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Aktuell sind die Erträge durch die Hitze noch nicht gefährdet. Sollte Föhn kommen, könnte dies die Futterbestände aber enorm verringern.

Die aktuelle Hitzewelle trifft viele Gemeinden in den Bezirken Güssing und Oberwart hart. Die Gemeinden Hannersdorf und Bildein forderten die Bevölkerung in der Vorwoche bereits dazu auf, den Wasserverbrauch auf das Nötigste zu reduzieren. Bewässern und Autowaschen wurde untersagt.

Aber nicht nur auf die Umwelt hat die Hitze fatale Auswirkungen. „Durch das lange Anhalten der hochsommerlichen Wetterlage ist mit möglichen negativen Auswirkungen auf die Gesundheit zu rechnen. So verstarben im Zeitraum 2003 bis 2012 rund 2.400 Menschen in Österreich an den direkten Folgen von Hitze“, heißt es in einer Aussendung des VCÖ.

„Wichtigstes Gebot ist es, viel Wasser zu trinken und die pralle Sonne zu meiden. Aufputschende Getränke oder Kaffee sollten nur in Maßen konsumiert werden. Oft beeinträchtigen die hohen Temperaturen die Gehirnleistung und viele Pausen beim Arbeiten sind notwendig“, erklärt Heinz Gyaky, Allgemeinmediziner aus Bad Tatzmannsdorf.

„Besonders betroffen von dem extrem warmen Wetter sind Futterpflanzen wie Mais und Soja“

Durch die hohen Temperaturen, die derzeit bei uns gemessen werden, kommen nicht nur wir Menschen, sondern auch die Pflanzen ins Schwitzen. „Besonders betroffen von dem extrem warmen Wetter sind Futterpflanzen wie Mais und Soja“, sagt der für Güssing zuständige Abteilungsleiter der Landwirtschaftskammer Christian Reicher. Der Hitzestress zeigt sich durch das Zusammenziehen der Blätter in der Nachmittagssonne.

Die Erträge der Ernten sind soweit noch nicht gefährdet, sollte die Hitze jedoch anhalten und ein warmer Föhn kommen, könnte dies die Futterbestände enorm verringern. „Auch bei der Qualität müssen viele Einbußen gemacht werden. Dies ist auf den ungleichen Niederschlag in unserer Region zurückzuführen“, so Reicher. Durch sehr starke Unwetter hatten einige Bauern mit Wasserschäden zu kämpfen, während anderswo kaum genug da ist, um die Pflanzen ausreichend zu bewässern.

Eins sei jedoch nicht zu vergessen, die Tiere. „Vor allem die Rinderbestände leiden unter der Hitzewelle. Durch ihre Größe bekommen die Kühe oft massive Kreislaufprobleme“, erklärt der für Oberwart zuständige Abteilungsleiter der Landwirtschaftskammer Richard Matyas. Doch nicht nur die Kühe auf dem Bauernhof brauchen Schutz gegen die Hitze, auch Haustiere leiden unter den Temperaturen.