Aufnahmestopp: „Notfelle“ brauchen Hilfe. Die Tierheime und Pflegestellen im Bezirk sind voll. Erschwerend hinzu kommt neues Gesetz, das ehrenamtlichen Vereinen und Helfern verbietet, Tiere zu vermitteln.

Von Vanessa Bruckner. Erstellt am 05. Juli 2017 (05:54)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Zuhause gesucht. Neben diesen entzückenden „Tiger-Babys“ (l.) warten am Franziskushof in Unterschützen viele weitere Katzen und auch Hunde auf den Mensch für ihr Leben.
BVZ, Vanessa

„Es ist zum Verzweifeln, so schlimm war es noch nie“, bringt Alice Pichler vom gemeinnützigen Verein „Wir fürs Tier“ es auf den Punkt. Unzählige Katzenkinder warten hier in den restlos überfüllten Räumlichkeiten auf ein neues zuhause. Viele von ihnen sind krank. Auch die vielen Pflegestellen des Vereines sind voll, es helfen bereits engagierte Privatpersonen aus.

BVZ

Ein ähnlich trauriges Bild auch am Franziskushof in Unterschützen. Bereits am Eingangstor hängt ein Schild, auf dem steht „Aufnahmestopp - Wir sind voll.“

Mit 1. Juli kam zum vorhandenen Notstand auch noch eine gehörige Portion Drama obenauf. Seither ist nämlich das neue Tierschutzgesetz in Kraft, welches besagt, dass private Tierschutzvereine und Pflegestellen sowie auch Privatpersonen keine Tiere mehr öffentlich anbieten dürfen.

Verein will nicht kampflos aufgeben

Pichler bringt es auf den Punkt: „Wir werden durch das Gesetz zur Handlungsunfähigkeit gezwungen, da wir uns strafbar machen, wenn wir Tiere öffentlich inserieren.“ Der Verein will, wie viele andere, aber nicht kampflos aufgeben. Alice Pichler: „Jede Anfrage müssen wir aktuell an die offiziellen Tierheime weitergeben und wir wissen, dass diese mehr als voll sind, denn umgekehrt bitten sie uns um Hilfe.“

Deshalb informiert man auf einer der Website www.neuestierschutzgesetz.at über die Hürden der neuen Gesetzeslage und will alsbald eine Petition dagegen starten.

Und auch auf die Gefahr hin, dass nachfolgende Information nicht mehr gesetzeskonform ist: Wer einem Tier ein zuhause geben möchte, der melde sich beim Franziskushof 0664 1002552 oder bei „Wir fürs Tier“ 0676 641 28 75.