Pläne für Flugplatz zwischen Oberwart & Riedlingsdorf?. Gestern Donnerstag fand ein Treffen zwischen Vertretern des Ministeriums und der Gemeinden statt.

Von Carina Fenz. Update am 08. Februar 2019 (07:49)
zVg
Reinhard Jany und Maria Racz

Ein streng geheimes Treffen im Oberwarter Rathaus gestern Nachmittag sorgt aktuell für weitere Gerüchte im Bezug auf ein geplantes Flugplatzprojekt in der Region Oberwart. Vertreter des Infrastrukturministerium, der Gemeinden Oberwart, Oberschützen und Riedlingsdorf sowie Vertreter der Flugschule „Punitz Flugbetrieb GmbH" und des Sportfliegerclubs Pinkafeld nahmen daran teil.

Das bestätigte auch Oberwarts Stadtchef Georg Rosner (ÖVP) und Riedlingsdorfs Vizebürgermeister Gerald Radasits (SPÖ), die sich aber an die vereinbarte Verschwiegenheitsklausel halten und sich zum aktuellen Zeitpunkt nicht zum Thema äußern wollen. „Dieses Treffen ist nicht von mir ausgegangen. Ich will derzeit nichts dazu sagen“, so Rosner. Ins selbe Horn stößt auch Riedlingsdorfs Vizebürgermeister Gerald Radasits: „Ich halte mich daran, dass zum aktuellen Zeitpunkt keinerlei Informationen nach außen dringen sollen.“

Volksbefragung in betroffenen Gemeinden

Anders ist das bei Oberschützens Vizebürgermeister Reinhard Jany (ÖVP), der jetzt nach vorne prescht. „Der Flugplatz soll von Pinkafeld nach Oberwart verlegt werden und eine asphaltierte Landebahn errichtet werden ‑ vorerst nur für Kleinflugzeuge“, verrät er die ersten Pläne. Jany befürchtet auch, dass die Verlegung des Flugplatzes nur der Anfang des Projekt sei. „Wird er dann in einigen Jahren weiter ausgebaut, das Flugfeld verlängert oder mehr, wie es in Großpetersdorf angedacht war?“, wirft Jany in den Raum.

Pläne dazu gebe es und ein erstes Treffen mit Vertretern  aus Wirtschaft, Flugbetreibern und Politik fand bereits statt und es sollen weitere Besprechungen folgen. „Wenn man bedenkt, dass als Standort das Naherholungsgebiet, das durch den Rückbau der Pinka und dem Hochwasserschutz entstanden ist, ausgewählt wurde, dann muss man sich schon Gedanken machen. Touristisch  gesehen kommt es für die  Region um Bad Tatzmannsdorf durch Fluglärm sicherlich zu Beeinträchtigungen der Lebensqualität“, befürchtet Jany.

Die angrenzenden Gemeinden Oberwart – Riedlingsdorf – Unterschützen – Bad Tatzmannsdorf  wären vom Fluglärm der landenden und aufsteigenden Flugzeuge massiv  betroffen“, so Jany, der in den betroffenen Gemeinden jetzt eine Volksbefragung fordert.

Als „voreilige Aktion“ kommentiert Oberschützens Bürgermeister Hans Unger (ÖVP) die Aussagen seines Vizebürgermeisters Reinhard Jany. Er selbst war bei der Besprechung nicht dabei und will beim nächsten Treffen „sachlich darüber diskutieren“, so Unger. Er selbst habe keinerlei Informationen zum Projekt.

Grüne kündigen Petition an

Die Bestrebungen den Pinkafelder Flugplatz nach Oberwart zu verlegen und ihn auszubauen werden von der Grünen Gemeinderätin Maria Racz scharf kritisiert: "Bei der Bahn und dem öffentlichen Verkehr geht im Südburgenland seit Jahren nichts weiter. Nur weil Industrielle einen Privatflugplatz brauchen, braucht die Region Oberwart noch lange keinen," sagt Racz.

Als schlechten Scherz bezeichnet Racz auch, dass ausgerechnet das Gebiet in der Nähe des erst vor kurzem renaturierten Pinkabereiches angedacht wird. "Sollte das wirklich ernst gemeint sein, muss es Volksbefragungen in allen betroffenen Gemeinden geben," meint Racz. 

Für die Grünen spricht eigentlich alles dagegen - sowohl aus Sicht des Klimaschutzes, als auch des Naturschutzes. Dazu kommt noch die Lärmbelastung für die Oberwarter. Darüber hinaus wäre es für die Region wesentlich wichtiger, den öffentlichen Verkehr zu verbessern, ein Flugplatz nutzt nur wenigen. Die Grünen planen daher eine Petition gegen den Flugplatz einzuleiten

Ludwig Pall: "Idealer Standort"

Wie die BVZ bereits berichtete wurden im Herbst Stimmen laut, die ein vor mehr als 20 Jahren geplanten Projekt in Großpetersdorf wieder aufleben lassen wollen. Zweitausend Meter lang soll die Landebahn werden, damit auch Privatjets im Südburgenland landen können. Und ein Flugplatz mit eben dieser Landebahn soll im Gebiet um Großpetersdorf entstehen.

„Das wäre der ideale Standort für einen Flugplatz in der Region, auf dem nicht nur Sport- und Hobbyflieger, sondern auch die „Oberen Zehntausend“, die in der Region urlauben, ihre Flieger landen können“, hieß es damals von Ludwig Pall, einer der treibenden Kräfte des Projekts. Bereits Ende der 1990er Jahre hat man sich im Zuge einer Volksabstimmung für ein Projekt Flugplatz für die Region ausgesprochen, die Pläne wurden allerdings nie umgesetzt.